Aufarbeitung von Machtmissbrauch

Erschienen am: 21. Juni 2022 in News
Zwei Pfadfinder*innen von hinten unter einem blauen und einem lila Regenschirm
Das Thema Machtmissbrauch in Institutionen wie Kirchen, Schulen und Vereinen wird immer häufiger in den Medien diskutiert. Viele Fälle von zum Beispiel sexualisierter Gewalt sind in den vergangenen Jahren öffentlich geworden und bis heute werden immer mehr bekannt.

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Erfahrene

*Ende 2021 haben sich Betroffene gemeinsam dafür ausgesprochen, zukünftig Erfahrene genannt zu werden. Dieser Begriff wird positiver wahrgenommen, da er die Ressourcen der Personen betont und sie aus der Opferrolle herausholt. Die Kraft und Stärke der Erfahrenen soll im Mittelpunkt stehen.

Kein Platz für Machtmissbrauch

berta – Beratung und telefonische Anlaufstelle

Tel.: 0800-30 50 750 (kostenfrei und anonym) 


E-Mail: beratung@hilfetelefon-missbrauch.de

Was ist Aufarbeitung?

Regenschirm-Symbol in lila und türkis

Aufarbeitung versucht zu klären, wie es zu Machtmissbrauch in Institutionen kommen konnte. Unser Aufarbeitungsprozess soll insbesondere die Fragen klären, ob es Strukturen gab, die Machtmissbrauch begünstigt haben, ob unsere Verbandskultur dazu beigetragen hat und warum Kindern und Jugendlichen nicht geglaubt wurde, wenn sie sich an Erwachsene wandten. Die Erkenntnisse, die wir aus der Beantwortung dieser Fragen gewinnen, sollen dazu beitragen, die DPSG zu einem sichereren Ort für alle Mitglieder zu machen. 

 

Austausch für Erfahrene

In diesem Jahr wird es zwei Erfahrenen-Foren geben, die einen Austausch ermöglichen sollen. 

Wer ist im Beirat?

Der Beirat stellt sich vor

Porträtfoto von Josef Niehaus

Josef Niehaus 

Funktion im Beirat:

Vertretung ehemaliger DPSGler*innen 

Meine Stationen in der DPSG:

Ich durfte in einer Zeit des Aufbruchs in der DPSG und für die DPSG verantwortungsvolle Leitungsaufgaben übernehmen: 1973 bis 1976 Diözesanvorsitzender in Paderborn, 1976 bis 1981 stellvertretender Bundesvorsitzender, 1983 bis 1988 Bundesreferent für die Roverstufe und 1989 bis 1990 verantwortlicher Redakteur der Verbandszeitschrift ENTWÜRFE. 

Darum bin ich Teil des Beirats:

Spirituellen und sexuellen Missbrauch wird es auch in der DPSG gegeben haben, umso dringlicher ist eine Aufarbeitung dessen geboten. Konkret wurde ich vom Vorstand des Bundesverbands der Freunde und Förderer informiert. Überrascht war ich angesichts der öffentlich gewordenen Missbrauchsfälle in den deutschen Bistümern nicht. Auch hatte ich in den Medien von dem unfassbaren Ausmaß sexuellen Missbrauchs bei den Boy Scouts of America gelesen. In Deutschland hatte der BdP vor Kurzem in einer Pressemitteilung die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs angekündigt.

Neben meiner über 30-jährigen kinder- und jugendpolitischen Tätigkeit als Geschäftsführer des Jugendrings Dortmund haben mich die facettenreichen Ideen und Projekte, Unternehmungen und Begegnungen im Rahmen meiner Leitungsaufgaben in der DPSG nachhaltig geprägt. So wünsche ich der DPSG, den Kindern und Jugendlichen, den engagierten Mitarbeitenden in den Stämmen vor Ort und den Verantwortlichen auf Bezirks-, Diözesan- und Bundesebene, dass sie den Leitspruch „Pfadfinder. Ein anderer Weg“ im positiven Sinne leben und erleben können: Gemeinschaft, Begegnung, Verantwortung, Mut, Abenteuer und Vertrauen. Deshalb muss die Aufarbeitung des Machtmissbrauchs in der DPSG ohne Wenn und Aber angegangen werden. Zum Wohle der Kinder und Jugendlichen, die sich uns anvertrauen. 

 

von Christina Koch – Referentin der Bundesleitung