Faktencheck Allerheiligen

Allerheiligen in der DPSG
Foto: Tobias Regesch | DPSG

Halloween und Allerheiligen… Was feiern wir da überhaupt?

Jeder kennt Halloween. Vermutlich sind wir als Kinder alle mal mit schaurigen Kostümen durch die Straßen gezogen und haben „Süßes sonst gibt’s Saures“ gerufen. Doch woher kommt dieses Fest überhaupt? Der Name Halloween leitet sich aus dem englischen All Hallows‘ Eve ab. Das bedeutet so viel wie der Abend vor Allerheiligen. Halloween hängt also tatsächlich mit dem katholischen Hochfest Allerheiligen zusammen. Allerheiligen wiederum ist ein Fest, an dem die Christen an all die Menschen gedenken, die Heilige genannt werden.

 

Allerheiligen? Das ist ja so was von gestern…

Das stimmt so nicht. Das Fest Allerheiligen gibt es zwar schon seit dem Jahr 837, trotzdem geht uns das Thema heute vermutlich mehr an, als wir vermutlich denken. Papst Gregor IV. beschloss damals, dass es in Zukunft einen Feiertag geben solle, an dem man an alle Heilige erinnert. Über die Jahre waren es einfach zu viele dafür geworden, jedem Einzelnen einen Gedenktag zu widmen. Heilige gab es aber nicht nur damals, sondern auch heute noch. Erst vor kurzem sind in Rom wieder Menschen heiliggesprochen wurden, wie z.B. Óscar Romero, ein lateinamerikanischer Theologe, der sich für sozialen und politischen Gerechtigkeit in El Salvador einsetzte -> TIPP: Óscar Romero ist bestimmt ein gutes Thema für eine Gruppenstunde mit Pfadis und Rovern.

 

Heilig? Was bedeutet das denn nochmal genau?

Jeder hat vermutlich schon einmal etwas vom Heiligen Nikolaus oder vom Heiligen Martin gehört. Die katholische Kirche kennt eine ganze Menge an Heiligen. Diese Menschen haben ein vorbildlich christliches Leben gelebt. Entsprechend ihres Glaubens haben sie in ihrem Leben Taten vollbracht, die in besonderer Weise zu würdigen sind. Man könnte also sagen, sie sollen für uns Vorbilder im Glauben und Handeln sein.

 

Warum ist dieser Tag für uns wichtig?

In unserem Glaubensbekenntnis beten wir „Ich glaube […] an die Gemeinschaft der Heiligen“. Durch unsere Taufe sind wir alle in die Gemeinschaft mit Jesus Christus eingebunden. Diese Gemeinschaft geht über den Tod hinaus. Das bedeutet, dass wir Getauften, und dazu gehören auch die Heiligen, zusammengehören. Die Kirche benutzt dabei häufig das Bild eines Leibes, an dem wir Menschen die Glieder sind und Christus das Haupt. Außerdem, so schreibt es beispielsweise Paulus, ist jeder Mensch, der getauft ist, zur Heiligkeit berufen. Alle Menschen, und vielleicht besonders wir als Pfadfinderinnen und Pfadfinder sind dazu aufgerufen alles dafür zu tun um die Welt ein kleines bisschen besser zu hinterlassen als wir sie vorgefunden haben. Man könnte also sagen, wir sind dazu berufen selbst zu Heiligen zu werden.

 

Und was ist dann Allerseelen?

Während Allerheiligen vorrangig ein Feiertag für die Menschen ist, die sich durch besondere Verdienste ausgezeichnet haben, denken wir einen Tag später an alle Menschen, die verstorben sind – quasi an alle Seelen, wie es der Name schon sagt. Häufig werden dazu Gottesdienste auf Friedhöfen gefeiert, bei denen auch Gräber gesegnet werden.

 

Von Kürbissen und Seelenzöpfen

Wahrscheinlich habt ihr zu Hause auch schon Kürbisse für Halloween ausgehöhlt und gruselige Grimassen hinein geschnitzt. Der Brauch, einen Abend vor Allerheiligen beleuchtete Kürbisse aufzustellen kommt aus Irland. Dort handelt eine Legende von einem Gauner Jack Oldfield, der angeblich den Teufel einfing. Oldfield wollte den Teufel nur unter der Bedingung wieder frei lassen, wenn der Teufel ihm bei seinen Taten nicht mehr im Weg stände. Als Oldfield starb kam er weder in den Himmel noch konnte er in die Hölle, da dort der Teufel wohnte. Dieser bekam jedoch Mitleid und schenkte Oldfield eine Rübe und ein glühendes Stück Kohle, damit dieser sich nicht in der Dunkelheit verirrte. Aus der Rübe wurde mit der Zeit der Kürbis. Aber nicht nur Kürbisse gehören zu Halloween. Wusstet ihr, dass es beispielsweise in manchen Regionen in Deutschland eine Tradition ist Seelenzöpfe zu backen? Die Wurzeln dieser Tradition liegt in antiken Trauerkulten, bei denen man den Verstorbenen die geflochtenen Haare abschnitt um somit seine Trauer ausdrückte. Heute gibt es den Brauch noch in der Form, dass ein Firmpate seinem Patenkind an Allerheiligen einen geflochtenen Hefezopf schenkt -> TIPP: Warum nicht mal einen Seelenzopf in der Gruppenstunde backen?

Halloween und Allerheiligen
Halloween und Allerheiligen
Halloween und Allerheiligen
Halloween und Allerheiligen
Fotos: Tobias Regesch | DPSG
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