Spirituell

Kelche Rover-Messe

Wenns um Religion und Spiritualität geht ist guter Rat schon mal teuer. Viele kennen sich mit diesen Themen wenig aus und finden eine Beschäftigung damit irgendwie schwierig und womöglich uncool. Wir haben den Ausweg dafür: die Arbeitshilfe liefert jede Menge Möglichkeiten, sich jugendgerecht mit Gott und seiner Welt auseinander zu setzen. Von Filmen über Internetseiten und Buchtips ist alles dabei. Trau Dich!

Arbeitshilfe Spiritualität 2012


Verbandliche Grundlagen

Von Gott angenommen und geliebt – unser Menschenbild

„Junge Menschen und Erwachsene machen in der DPSG die Erfahrung, dass sie von Gott und den Menschen angenommen und geliebt werden.“Ordnung der DPSG

Geschaffen als Gottes Ebenbilder dürfen wir selbstbewusst und verantwortlich in dieser Welt leben. Ausgestattet mit einem freien Willen, wissen wir um unsere Freiheit und unsere Verantwortung und um den Ruf Gottes an uns. Wir bauen auf die vielfältigen Gaben und Charismen, die in uns stecken, auf das, womit wir unser Leben gestalten und genießen können.

Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sehen wir die vielfältigen Möglichkeiten der eigenen Entwicklung und bauen auf das, was jede und jeder mitbringt. Wir werden gestärkt in der Ausprägung des eigenen Ich. Alle tragen bei zur Gemeinschaft und zum Gelingen des Zusammenseins oder von Aktionen.

Das gilt auch bei der Frage nach dem Glauben. Jeder und jede hat eigene Erfahrungen gemacht: positive wie negative oder auch Nicht-Erfahrungen. Alle diese können eingebracht werden Aus dem gemeinsamen Reichtum erwächst der Schatz des Glaubens. Auf dieser Basis kann und muss jede und jeder nach der eigenen Berufung im Leben schauen. Kinder und Jugendliche können dabei schon frühzeitig sensibilisiert werden und schauen nach Orientierungspunkten für ihr Leben.

Entdecken des Glaubens – unser Verständnis der Glaubensweitergabe

Unserer Gesellschaft wie unsere Kirche sind geprägt von einer Pluralität und von vielen Möglichkeiten jedes einzelnen Individuums. Glaubenserfahrungen und Möglichkeiten, den Glauben zu suchen und zu finden erleben wir nicht nur in unserem Verband und in unserer Kirche, sondern weit darüber hinaus. Darum ist es wertvoll, in einen Dialog über den Glauben in unseren eigenen Reihen, in unseren Gemeinden, mit anderen Konfessionen und Religionen und in unserer Gesellschaft zu kommen.

Der Glaube an Gott wird in unserer Gesellschaft nicht mehr selbstverständlich gelebt und weitergegeben, sondern muss immer neu entdeckt werden. Er ist keine alltägliche Größe mehr: Jede und jeder einzelne muss eine eigene Entscheidung treffen und macht sich dazu auf den Weg. „Die Christen der Zukunft sind Pilger und Konvertiten.“ (Danièle Hervieu-Léger) Das bedeutet, dass sie sich aufmachen zu Orten und Gemeinschaften, wo sie ihren Glauben leben können, sich ihre Formen suchen und bereit sind, sich immer neu auf den Weg zu machen (Pilger). Sie sind solche, die sich bewusst für den Glauben entscheiden (Konvertiten).

Auch wir in der DPSG möchten Kindern und Jugendlichen, aber auch den Erwachsenen im Verband den Glauben „vorschlagen“ (proposer la foi), ihn schmackhaft machen – ihnen Möglichkeiten geben, ihn kennenzulernen und sich damit auseinanderzusetzen, ihn für sich zu entdecken, sich für ihn zu entscheiden und ihn in der Gemeinschaft zu leben (vgl. Evangelii nuntiandi). Gerade da, wo sie nicht mehr offen und kritisch nach ihrem Glauben fragen, wollen wir sie aus der Reserve locken, sie zum Fragen bringen und gemeinsam nach Antworten suchen. Dabei akzeptieren wir, wenn sich Menschen gegen dieses Angebot entscheiden.

Glauben in der Tat – unser Leben aus dem Glauben

Unser Glaube ist uns Antrieb und Ausrichtung für unser Handeln. In der Tat wird Glaube lebendig. … Dabei gehören die Deutung der frohen Botschaft, Gebet und Eucharistie, Zeugnis geben und Gemeinschaft leben, soziales und politisches Handeln sowie deren Reflexion zusammen.Ordnung der DPSG

Glaube verwirklicht sich in den Dimensionen von Feier (Liturgia), Verkündigung (Martyria) und Dienst (Diakonia), geeint durch die Gemeinschaft (Koinonia). Als Pfadfinderinnen und Pfadfinder orientieren wir uns an den „dutys“ der Weltpfadfinderbewegung, in denen sich eben diese Dimensionen wiederfinden.

Verantwortung gegenüber Gott

Wir bekennen unseren Glauben an den dreifaltigen Gott und sehen im Leben Jesu ein Vorbild auch für unser Leben. Wir feiern die Gegenwart und die Heilstaten Gottes, erfahren uns von ihm angesprochen und angenommen. Im „Zeugnis des Lebens“ wie im „Zeugnis des Wortes“ (vgl. Evangelii nuntiandi), werden wir selber zu Zeuginnen und Zeugen der frohen Botschaft: dadurch, dass Menschen sehen, wie wir aus dem Glauben heraus leben und wie wir davon sprechen.

Verantwortung gegenüber anderen

Unser Glaube verwirklicht sich im Dienst an den Menschen, an unserer Umwelt, unserer Gesellschaft. Unsere Option treffen wir für die Benachteiligten und die an den Rand Gedrängten – unserer eigenen Gesellschaft und weltweit. Wir sind herausgefordert, einzutreten für Solidarität und Gerechtigkeit und dazu politisch aktiv zu werden.

Verantwortung gegenüber sich selbst

Der Blick auf sich selbst, das achtsame Umgehen mit der eigenen Person und die stetige Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit sind wichtige Merkmale in der DPSG. Nur wer sich selbst „etwas gönnt“, kann anderen Gutes tun (vgl. Sir 14,5). Dadurch wird im Zusammensein von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Männern und Frauen, Menschen mit vielerlei Begabungen und Fähigkeiten die Vielfalt des Menschlichen erlebbar.


Definitionen

In der Auseinandersetzung um den Sinn des Lebens und der Suche nach Antworten auf die Fragen des Glaubens unterscheiden wir zwei Ebenen:

Spiritualität

Spiritualität beschreibt eine grundlegende Dimension des Menschseins. Der Mensch fragt nach dem Sinn seines Daseins und ist auf der Suche nach dem, was über das Alltägliche und Begreifliche hinausgeht. Spiritualität beschreibt die geistliche Haltung, aus der heraus ein Mensch sein Leben gestaltet. Sie ist damit eingebunden in den lebenslangen Prozess des Wachsens und der Suche nach der eigenen Identität. Spiritualität ist der Ausdruck des menschlichen Verlangens nach dem Entdecken Wollen der eigenen Lebendigkeit und Ganzheitlichkeit, nach Antwort bei der Suche nach dem eigenen Selbst. Spiritualität wird spürbar in der Erfahrung echter menschlicher Gemeinschaft und Nähe, in wohltuender Einsamkeit, in meditativer Versenkung und vielem mehr. Mitten im Leben also können wir Göttlichem begegnen, im Streben nach Leben, nach Tiefe, nach Sinn. Spiritualität ist eine machtvolle, schöpferische Energie, eine Dynamik, die uns aufrüttelt, bewegt und unsere Sehnsucht nach Ganzheit aufrecht erhält.

Die DPSG erwartet von ihren Mitgliedern, dass sie sich mit den Grundlagen des Verbandes identifizieren. Um dies zu ermöglichen, erwartet sie von ihren Leiterinnen und Leitern eine Auseinandersetzung zumindest auf dieser Ebene der Spiritualität.Ordnung der DPSG

Religiosität

Der christliche Glaube gibt Antworten auf die dabei aufkommenden Fragen. Die Botschaft des Evangeliums ist für die DPSG Quelle und Anregung für ihr Handeln (vgl. Ordnung der DPSG). Dabei ist sie eingebunden in die konfessionelle Ausprägung des christlichen Glaubens in der katholischen Kirche.

Religiosität meint diese Rückbindung an einen auch institutionell verankerten Glauben, den Bezug auf eine Religion. Sie umfasst das, was aus diesem Glauben entspringt: von den Antworten des Glaubens über Fest- und Feiertage, Bräuche und Liturgien bis hin zu persönlichen Frömmigkeitsformen und Ausprägungen in bestimmten Gruppen.

Religiosität ist keine Erstarrung im Glauben, sondern meint ein energievolles „Leben aus dem Glauben“, eine tiefe Antwort auf die Sehnsucht des Menschen, eine Freude in der Erfahrung des Göttlichen auch im Alltag und in der Gemeinschaft.

Für die DPSG ist diese Rückbindung an den christlichen Glauben in der katholischen Kirche wesentlich. In ihr verwirklicht sich Kirche in einer einzigartigen, gestaltenden Art und Weise.Ordnung der DPSG
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