Berufung und Entscheidung

Kategorien Impulse

„Im Glauben an IHN fragen wir nach dem, was er mit uns vorhat. So streben wir gemeinsam nach klaren Urteilen, tragfähigen Vereinbarungen und kommen zu eindeutigem Handeln.“

(Ordnung der DPSG)

 

Was meint das? 

 

"Wende dich zur richtigen Seite und geh vorwärts."

(Lord Baden-Powell)

 

Als Christen glauben wir an einen Gott, der uns die Freiheit geschenkt hat und will, dass wir glücklich sind. Wenn wir uns fragen, was dies für uns und unsere Berufung im Leben bedeutet, dann stellt sich auch die Frage nach unserem Gottesbild.

Glauben wir an den alten Mann mit weißem Bart, der fernab auf seiner Wolke thront, an einen entrückten Gott, den nicht interessiert, was mit seiner Schöpfung geschieht, an den großen Lenker, der alles vorherbestimmt und lenkt oder an einen ohnmächtigen und machtlosen Gott, dem seine Schöpfung entglitten ist?

Die Bibel zeigt uns - in aller Unterschiedlichkeit der Bilder - ein anderes Bild von Gott.

Der Gott, den Jesus Vater nennt, ist für uns Menschen vor allem ein "Du". Er ist ein Gegenüber, von dem ich mich angenommen und geliebt, gefordert und getragen fühlen darf. "Gott ist die Liebe" fasst es die Bibel im 1. Johannesbrief (1 Joh 4,8) zusammen. Diese Liebe will den Menschen, will mich.

Sie will, dass ich etwas aus meinem Leben machen kann. Sie will, dass mein Leben erfüllt ist. Die Bibel geht dabei davon aus, dass jeder Mensch seine ihm eigene Berufung hat. Eine Berufung, der er folgen und nach ihr sein Leben gestalten soll.

Leider ist uns diese Berufung nicht in einem Dokument mit auf den Weg gegeben worden. Aber ich kann meine eigene Berufung entdecken, wenn ich zum Hören bereit bin, wenn ich Gottes rufendes Wort wahrnehme und wenn ich um das Verstehen dieser Worte ringe. So kann ich zu einer Entscheidung kommen, die eine Antwort auf den Ruf Gottes ist.

Gott beruft meist nicht durch ein klares, eindeutiges Wort. Erst wenn ich mich auf ihn einlasse, kann ich erkennen, was er mit mir vorhat. Dieser Plan Gottes mit jedem einzelnen Menschen hat drei Dimensionen:

  • Gott hat mich zum einen durch sein schöpferisches Wort als sein Abbild geschaffen - und mich zum Menschsein berufen. 
  • Zum Zweiten wurde ich in der Taufe zu seinem Kind. Durch Jesus Christus hat er mich – als sein Jünger, als seine Jüngerin – zum Christsein berufen. 
  • Und zum Dritten braucht er auch den besonderen Dienst bei der Verkündigung des Evangeliums. Es stellt sich die Frage, ob er mich zu einem besonderen Dienst in der Kirche beruft.

Es gilt, der eigenen Berufung nachzuspüren und zu entdecken, was Gott mit mir - mit mir ganz persönlich - vorhat. Wer sich immer wieder neu auf Gott einlässt und diesen Fragen nachgeht, der wird auch auf Antworten stoßen, die die eigene Berufung ermöglichen und tragen.
Es ist also eine doppelte Entscheidung gefragt:

  • ich muss mich für Gott entscheiden - muss entscheiden, ob ich mit ihm zu tun haben will, ob er einen Platz in meinem Leben bekommt; 
  • und ich muss mich entscheiden, was ich mit meinem Leben will, wo ich meine Berufung entdecke.

Dann kann ich mich als Christ auf den Weg machen und mein Leben mit Gott leben.

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