Das bin ich

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Das vergissmeinnicht 

 

Als der liebe Gott die Blumen geschaffen hatte, standen sie alle fröhlich da. Sie beschauten vergnügt ihre Flüsschen, auf denen sie fest und aufrecht stehen konnten.
Dann betrachteten sie ihre grünen Blättchen, die so fein und zierlich gestaltet waren, und sie bewegten sie im Morgenwinde wie Flügel.
Die meiste Freude aber machte ihnen die zierliche Krone, die der Schöpfer jeder Blume aufgesetzt hatte. Der einen malte er das Krönlein weiß, der anderen schön blau, einer dritten rot oder gelb. Zuletzt gab er jeder Blume noch einen Namen und wies ihr einen Ort an, wo sie fortan wachsen und blühen sollte.
Nun gingen die Blumen auseinander und freuten sich sehr über ihr schönes, farbiges Kleid und über den Namen, den sie erhalten hatten. Die eine ging in den Garten oder auf die Wiese, andere stellten sich auf das Feld. Viele wanderten in den Wald und stiegen sogar auf den hohen Berg hinauf. So hatten alle Blumen zuletzt ein hübsches Plätzchen gefunden und blühten jetzt fröhlich im warmen Sonnenschein.

Nur ein Blümchen, klein und zart, mit einer himmelblauen Blüte, stand betrübt am Bache und weinte; denn es hatte seinen Namen vergessen.
Als der Herr am Abend durch Feld und Wiesen ging, um zu sehen, wie es den Blumen ginge, da kam er auch an den Bach und sah das weinende Blümchen. Und er sprach zu ihm: „Warum weinst du?“ Das Blümchen erzählte nun, es sei so froh gewesen über sein schönes Kleidchen; dann habe es mit den Wellen des Baches gespielt und dabei seinen Namen vergessen. – Der Herr sprach: „Mein Blümchen, warum bist du nicht zu mir gekommen? Ich weiß die Namen aller Blumen. Damit du aber weder mich noch deinen Namen wieder vergisst, sollst du von nun an „Vergissmeinnicht“ heißen!“

 

Die vorstehende Geschichte wird bis zur Mitte gelesen. Danach bekommen die teilnehmenden Papier und Farben, um ihre ganz eigene Blume zu malen:

  • wie sieht eine Blume aus, die etwas von mir erzählt? 
  • in welchen Farben und Formen finde ich etwas von meinen Eigenschaften, Fähigkeiten, Vorlieben? 
  • wie würde ich als Blume gerne sein? – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Die Blumen werden einander vorgestellt.

 

Dann wird die Geschichte weiter vorgelesen. Alle schreiben auf das Bild ihrer Blume ihren Namen. In kleinen Gruppen tauschen sie sich darüber aus, was ihnen ihr Name bedeutet:

  • wie werde ich gerne angesprochen – mit richtigem oder Spitznamen, …? 
  • wer darf mich wie nennen – und warum? 
  • was bedeutet es für mich, wenn ich meinen Namen auf einer Urkunde, in der Zeitung etc. lese? 
  • was sagt mein Name über mich aus?

Im Plenum werden die Ergebnisse zusammengefasst in einer kurzen Runde, in der alle Teilnehmenden maximal drei Sätze (!) zu ihrem Namen sagen.

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