Der Heilige Georg

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Seine Vita 

 

Sein Tag ist der 23. April.

Er gehört nicht nur zu den Groß-Märtyrern, sondern auch zu den 14 Nothelfern.

Sein Haupt wird (überlieferungsgemäß) auf der Reichenau aufbewahrt.
Die Lanze des Heiligen und sein Schwert sind im Reliquienschatz des Bamberger Domes.
Er ist der Patron der Verwundeten und der Krankenhäuser.
Seine Flagge hat das rote Kreuz auf weißem Grund. Das Banner ist das Zeichen für „Flagge zeigen“, klar und unmissverständlich anzugeben, wo und für wen man steht; im Banner des Hl. Georg ist das Kreuz und erinnert an die Legende vom Hl. Kaiser Konstantin, der in einer Vision das Kreuz sah und die Zusage erhielt: „In diesem Zeichen wirst du siegen!“
Die Darstellung des Heiligen als Farbiger erinnert an seine Herkunft aus Kappadozien in der Türkei (respektive aus Lydda – Palästina) und an die Frühgeschichte des Christentums, die zunächst keine europäische Geschichte war.

Die oströmischen Kaiser führten das Bild des Hl. Georg in ihrem Brustschild.
Sein Bild schmückte jede Münze des Zarenreiches.
Georgien trägt seinen Namen.
In den Ostkirchen schmückt sein Bild nahezu jede Ikonostase (Trennwand zum Altar) und in der Regel mehrfach jede Kirche.
Er ist nicht nur Patron der DPSG, sondern aller Pfadfinder.

Was ist nun höchstwahrscheinlich der „historische Kern“ der Legende, wenn man von der realen Existenz eines Heiligen Georg ausgeht, die sich streng wissenschaftlich weder beweisen noch widerlegen lässt. Befreit man die Vita von legendarischen und topoihaften Motiven, so lässt sich nur folgendes allerdings sehr dürftiges Bild gewinnen: Ein römischer Offizier wurde wegen seines Bekenntnisses zum christlichen Glauben etwa um das Jahr 300 gemartert und getötet.
Von besonderer Bedeutung sind unter den […] Motiven die mehrmalige Wiederauferstehung Georgs, die Fähigkeit des Heiligen, tote Gegenstände zum Leben zu erwecken und krankes Leben zu heilen, und die Erteilung des Nothelferprivilegs durch Gott.

 

Seine Verehrung

Die starke Ausbreitung des Georgskults nahm in der Spätantike ihren Anfang. Die Verehrung des Heiligen, die die Benediktiner und der Hochadel förderten, hatte in der Merowingerzeit bereits weite Teile Europas erfasst. Einem deutlichen Rückgang der Bedeutung des Großmärtyrers folgte eine neue Kultblüte von der Mitte des 9. Jahrhunderts an. Georg wurde von Teilen der fränkischen Reichsaristokratie als Schutzpatron verehrt und stieg in ottonischer Zeit in die Reihe der Königspatrone auf. Neuen Aufschwung erhielt die Verehrung des Heiligen in der Zeit der Kreuzzüge, dann wieder im Spätmittelalter und schließlich nochmals im Barock.

Obwohl der vermeintlichen Kenntnis des Hl. Georg durch seine Lebensbeschreibung die fast vollständige Unkenntnis von seiner tatsächlichen Person gegenübersteht, lässt die schnelle Verbreitung von Kult und Legende des Heiligen die Schlussfolgerung von der historischen Existenz des Heiligen plausibel erscheinen. Mit größter Wahrscheinlichkeit kann als historisch gesichert gelten, dass er als römischer Soldat im 4. Jahrhundert lebte und wegen seiner Bekenntnisse um Christentum den Märtyrertod fand, wohl doch in einer die Zeitgenossen beeindruckenden Weise, die zu jener Legendbildung Anlass gab.

Mit diesen Assoziationen wurde „St. Georg“ – trotz vielfacher Ablehnung von Religion – auch von der Jugendbewegung gerne aufgegriffen, ohne dass man allerdings von einer Verehrung sprechen könnte.

Auch die organisierte katholische Jugend dieser Zeit fühlte sich diesen geistigen Wurzeln verbunden. Ihre völkische Einbindung verstand sie als angemessene Selbstverwirklichung, und sie pflegte ein katholisch-deutsches Geschichtsbewusstsein. Das gilt für die katholischen Bünde ebenso wie für die Jugend- und Jünglingsvereine. Es überrascht daher nicht, festzustellen, dass der Heilige Georg auch von diesen Gruppierungen verstärkt thematisiert wurde. Das religiöse Moment gewann hier natürlich wieder verstärkt an Gewicht. Verschiedentlich erschienen in den wichtigsten Organen, wie der „Wacht“ (gegr. 1906). Darstellungen, die durch ihren Bildinhalt die Identifikation mit dem Heiligen versinnbildlichen. Einige zeigen ihn während oder nach dem Kampf mit dem Drachen, im Schild des Wappen der Jugend- und Jünglingsvereine: die Reichsfarben schwarz-weiß-rot, das lateinische Kreuz und das Motto: tapfer und treu.

Eine besondere Zuneigung hatten und haben bis heute die Pfadfinder zum Hl. Georg, er ist nämlich ganz offiziell – nach dem Vorbild ihres Gründers Lord Robert Baden-Powell (1857-1941) und der englischen Pfadfinder – ihr Schutzpatron. In Deutschland schlossen sich im Jahr 1929 die katholischen Pfadfinder nach österreichischem Vorbild zur „Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg“ (DPSG) zusammen. Der Georgstag am 23. April wurde seit der Gründung festlich in der Gemeinschaft begangen. die Reichsleitung rief bereits 1930 die Stämme (= Ortsvereine) dazu auf, sich dabei auch inhaltlich mit dem eigenen Schutzheiligen auseinanderzusetzen. Von St. Jürg, dem frumben Reitersmann wird erzählt und gesungen. Angesichts der ab 1933 schnell abnehmenden Möglichkeiten, sich in der Öffentlichkeit geschlossen zu zeigen, wurde 1934 für den 23. April zur Stunde des Bundes aufgerufen und alljährlich durchgeführt. „Alle Georgspfadfinder sollten diese nach Möglichkeit gleichzeitig begehen und so dokumentieren, dass wir nicht allein stehen mit unseren Ideen, mit unserem Ringen im Lebenskampf“

Die gesamte katholische Jugend scharte sich im III. Reich um einiges enger um den Hl. Georg als zuvor. Sein Fest wurde zu einem Bekenntnistag und er selber zu einer Symbolfigur für katholischen Selbstbehauptungswillen und Widerstand.

Die große Vorbildfunktion des Hl. Georg ist nach dem Zweiten Weltkrieg geschwunden; wach gehalten wurde und wird sein Andenken vorwiegend von Vereinen und Verbänden, die sich als Gesamtes unter seinen Schutz begeben haben. […]

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