Helden, Heilige und andere Vorbilder

Kategorien Impulse

„Die DPSG benennt sich nach dem Heiligen Georg, weil sie in seiner Menschenfreundlichkeit, seinem Glauben, seiner Aufrichtigkeit und in seinem mutigen Einsatz ein besonderes Beispiel sieht.“

(Ordnung der DPSG)

 

Was meint das? 

"Christus gab sein Leben, um uns ein Beispiel zu geben, nämlich 'allzeit bereit' zu sein ('Be prepared'), die richtige Sache für andere zu tun."

(Lord Baden Powell)

Menschen suchen nach Vorbildern, an denen sie sich in ihrem Leben orientieren können. Eltern und Freunde, Politiker und Künstler, besondere Menschen ... sind solche Vorbilder. An ihnen entdecken wir etwas, was uns beeindruckt, was wir uns selber wünschen oder was ein Ansporn für uns ist.

Vorbilder werden so zu Menschen, denen wir nacheifern wollen. Wenn wir heute auf Menschen schauen, die wir "Heilige" nennen, steht das Vorbildhafte sicher im Vordergrund. Heilige sind Menschen, die uns etwas für unser eigenes Leben zu sagen haben.

Dabei kennt der christliche Glaube nur den einen "Heiligen": Gott selber. Deshalb beten wir nur ihn an. Er aber lässt seine Schöpfung teilhaben an seiner Heiligkeit. Er will, dass gerade wir Menschen "heilig" - heil an Leib und Seele - leben können.

Als "Heilige" bezeichnen wir deshalb Menschen, denen wir eine besondere Nähe zu Gott und ein intensives Leben aus dem Glauben zuschreiben. In ihrem Leben ist etwas von der Heiligkeit Gottes aufgeschienen, sie haben es auf eine besondere Weise "vorbildhaft" gelebt.

Solche Menschen sind in fast allen Religionen als besondere Menschen angesehen und verehrt worden. An ihren Lebens- oder Todesorten entstanden Gedenkstätten, in Texten und Liedern wurden sie erwähnt und die Botschaft ihres Lebens weitergetragen. Menschen, die für ihren Glauben gelitten haben oder gar gestorben sind, waren dabei immer schon besonders im Blick.

Nicht nur, aber gerade im christlichen Glauben stehen Heilige für ein Weiteres. Wir glauben daran, dass sie durch ihr Leben bereits in die Herrlichkeit Gottes eingegangen sind. Sie stellen deshalb eine Verbindung her zwischen unserer Welt und der des "ewigen Lebens". Als Menschen, die so vor Gott stehen, werden sie als Fürsprecherinnen und Fürsprecher angerufen.

Wenn die Bibel von "Heiligen" spricht, meint sie zumeist alle, die mit Gott verbunden sind. In unserem Sprachgebrauch sind es Menschen, die besonders verehrt werden (z.B. Mutter Theresa) oder die von der Kirche offiziell als "Heilige" bestätigt worden sind.

Wenn die Kirche Menschen "heilig" spricht, schafft sie damit keine Heiligen. Niemand ist deshalb weniger heilig, weil er oder sie nicht heiliggesprochen wurde. Die Kirche stellt vielmehr nach einer ausführlichen Prüfung fest, dass das Leben eines Menschen besonders "heilig" war und dass in seinem Leben die Gemeinschaft mit Gott sichtbar wurde. Deshalb werden solche Menschen allen Christen als Vorbilder bekannt gemacht. Es wird offiziell erlaubt, sie auch öffentlich zu verehren und anzurufen.

Die Kirche verpflichtet die Katholiken nicht zur Heiligenverehrung (vgl. Konzil von Trient, 16. Jh.). Wir brauchen keine Mittler zwischen Gott und uns - wir können direkt zu ihm beten. Dennoch ist es für Viele hilfreich, auch auf die Fürsprache anderer bauen zu können. Egal, ob dies lebende Menschen sind, die wir darum bitten oder die Heiligen, die wir bei Gott wissen.

Wo Menschen uns etwas bedeuten oder wir sie als Vorbilder nehmen, möchten wir sie uns präsent halten. Heiligenbilder erfüllen da die gleiche Funktion wie heute Poster von Popstars. Und ebenso wie wir von Menschen, die uns lieb sind, etwas aufheben oder bei uns tragen möchten, ist es mit den Heiligen. Daraus sind Formen der Verehrung entstanden, die für uns heute oft schwer nachvollziehbar sind, z.B. der Reliquienkult. Und doch verbirgt sich auch hinter der Sammlung von Überresten von Heiligen ein zutiefst menschliches Bedürfnis: so wie wir Erinnerungsgegenstände an liebe Menschen haben …

Nicht nur Heilige sind uns ein Vorbild. Auch Heldinnen und Helden aus der Geschichte, oft auch fiktive Gestalten aus Filmen oder Büchern helfen uns, ein Bild vor Augen zu haben, an dem wir unser Leben orientieren können. Für uns als Christen ist es immer ein Bild, das uns zum letzten Orientierungspunkt führt - zu Gott selber.

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