Gemeinschaft der Glaubenden

Kategorien Einführung

„In den Gruppen der DPSG erschließen sich junge Menschen gemeinsam Zugänge zum Glauben. Leiterinnen und Leiter helfen ihnen dabei, Fragen zu stellen, Entdeckungen zu deuten und eine eigene Sprache zu finden. […] In der DPSG verwirklicht sich die Kirche in einer einzigartigen, gestaltenden Art und Weise.“

                                                                                    (Ordnung der DPSG)

Was meint das?

"Sei Mitspieler in Gottes Mannschaft!"

                                                                                      (Lord Baden-Powell)

  Der Mensch ist auf Gemeinschaft ausgerichtet. Das gilt für das alltägliche Leben, in dem wir gegenseitig aufeinander angewiesen sind. Es gilt auch für das Leben aus dem Glauben. Deshalb hat schon Jesus Menschen zur Gemeinschaft eingeladen und als sein Vermächtnis mächtige Zeichen der Gemeinschaft hinterlassen.  

So wird der Mensch durch die Taufe in die Gemeinschaft der Glaubenden aufgenommen. Im Mahl der Eucharistie feiern die Christen die Gemeinschaft untereinander und mit Gott. Aus dieser Gemeinschaft sind die Kirchen entstanden. Aber sind sie das, was Jesus gewollt hat?  

Jesus hat keine Kirche gegründet. Ihm ging es um die Botschaft vom Reich Gottes. Dieses Reich Gottes ist keine Institution, nicht einmal räumlich und zeitlich festzumachen. Jesus selber sagt: "Man kann nicht sagen: Seht, hier ist es! oder Dort ist es! Das Reich Gottes ist mitten unter euch!" (Lk 16,21). Das "Reich Gottes" beschreibt die Haltung des Menschen, der Gott als den "Herrscher der Welt" anerkennt. Es beschreibt eine Gemeinschaft, die aus der Botschaft Gottes heraus lebt und dieser Botschaft Raum gibt in dieser Welt.

  Um sich dessen zu versichern, um sich gegenseitig zu stärken und zu tragen, um gemeinsam zu suchen und Antworten zu finden - dazu haben sich die Christen früh zu Gemeinschaften zusammengeschlossen. In ihren Gemeinden versuchten sie, dem Glauben nachzuspüren, die Erinnerung an Jesus wach zu halten und ihr Leben aus dem Glauben heraus zu gestalten.  

Wächst eine solche Gemeinschaft, dann braucht sie Regeln und Strukturen. Sie entwickelt Riten und Traditionen. Sie baut auf Überlieferung und Infragestellung, lebt von alten und neuen Erfahrungen. So sind die Kirchen entstanden.  

Heute wird "Kirche" vor allem als "Amtskirche", als Institution und Organisation verstanden. "Die Kirche" ordnet etwas an oder "in der Kirche" kann ich etwas tun - z.B. Jugendarbeit. Was "Kirche" wirklich sein will, zeigt sich in der griechischen Wurzel des Wortes. "Kyriake" bedeutet: "dem Herrn gehörig". Kirche bildet sich in der Zuordnung auf Gott hin.  

Deshalb hat die DPSG die Gemeinschaft der Glaubenden in einem ihrer Kirchenbilder als "Gemeinschaft am Lagerfeuer" beschrieben. Wie um das Feuer versammelt sich die Gemeinschaft um Gott - er ist die Mitte. Wie am Feuer können sich auch um Gott herum die Menschen sehr unterschiedlich "anordnen": einige sitzen sehr nach am Feuer, einige weiter weg. Einige wenden sich dem Feuer zu - andere wenden sich ab. All das gilt auch in der Beziehung zu Gott in der Gemeinschaft der Glaubenden.  

Alle müssen hier ihren eigenen Platz finden. Deshalb ist es schwierig, die Zugehörigkeit zu dieser Gemeinschaft z.B. nur am Taufschein oder an der Teilnahme am Gottesdienst festzumachen. Ausschlaggebend ist die Beziehung zu Gott. Und diese kann sogar (vielleicht nur zweitweise?) eine abweisende, zweifelnde, suchende sein.    

Wie ein Feuer gepflegt werden muss, damit es weiter brennt, so muss auch die Beziehung zu Gott gepflegt werden. In einer Gemeinschaft werden dazu verschiedene Menschen verschiedene Aufgaben übernehmen. Davon lebt auch die Gemeinschaft der Glaubenden. Es braucht die Menschen, die die Botschaft weitertragen - und andere, die sich um die am Rande kümmern. Es braucht die, die die Gemeinschaft zusammenhalten - und die, die nach Formen und Ausdrücken suchen zum Fest.  

So verwirklicht sich Kirche überall dort, wo Menschen aus dem Glauben an Gott heraus zusammenkommen und diesem Glauben Gestalt geben. Deshalb beschreibt auch die DPSG in ihrer Ordnung selbstbewusst, dass sich in ihr Kirche in einer einmaligen und gestaltenden Form verwirklicht. Als Pfadfinderinnen und Pfadfinder wollen wir unseren Glauben leben, ihm Ausdruck geben und ihn zum Handeln führen. Damit sind wir Kirche!  

Und sind zugleich ein Teil im Gesamt der Kirche, die sich "katholisch" - "allumfassend" nennt. In dieses Gesamt wollen wir uns als Pfadfinderinnen und Pfadfinder einbringen und es mitgestalten. Mit unseren ganz eigenen Facetten." 

Impuls aus der Bibel

Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte.Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens.Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.

                                                                                                  Apg 2,44-47

 

Collage

Zur Aussage des Textes wird eine Collage erstellt: 

  • Bilder und Textes aus Zeitungen und Zeitschriften auf ein Plakat zusammenkleben.
  • Einen digitalen Zusammenschnitt von Flash-Videos, Animationen, etc. wird zu einer digitalen (und bewegten) Collage.
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