Befreiender Glaube

Kategorien Einführung

„Freiheit ist für uns eine Grundbedingung menschlichen Daseins. Wir schaffen einen Stil der Unabhängigkeit, der es uns ermöglicht, uns auszuprobieren, aber auch Fehler machen zu dürfen, kurz: Abenteuer zu wagen. Dazu gehört für uns auch, Widersprüche und Unfertiges aushalten zu können.“

                                                                                        (Ordnung der DPSG)

 

Was meint das?

"Gott ist nicht irgendeine engstirnige Persönlichkeit, wie sich das einige Leute vorstellen, sondern ein gewaltiger Geist der Liebe, der über den kleinen Unterschieden von Erscheinung und Glaube und Herkunft steht und der jeden segnet, der wirklich versucht, sein Bestes in Gottes Dienst zu tun."

                                                                                            (Lord Baden-Powell)

 

Jeder Mensch will leben, sich entfalten und verwirklichen. Dazu braucht er Freiheit. Zugleich unterliegen wir vielen Zwängen, Einschränkungen, Hemmungen und Bindungen.  Die Freiheit des einen beschränkt die Freiheit des nächsten, Marktgesetze, Konkurrenzkampf, Gesetze oder auch eigene Vorstellungen setzen Grenzen.

Viele dieser Grenzen sind von uns selber oder von anderen gemacht oder gesetzt. Andere sind Folgen von Entscheidungen oder früherem Handeln. Wieder andere liegen in der Natur und ihren Gesetzmäßigkeiten, in Krankheiten oder gar Katastrophen. Wie soll eine Befreiung daraus möglich sein? Und doch predigt der christliche Glaube eine befreiende Botschaft: "Zur Freiheit hat uns Christus befreit!" (Gal 5,1)

Will ich diese Freiheit für mich entdecken, steht für mich am Anfang die Frage, was mich denn unfrei macht. Was engt mein Leben ein, nimmt mir den Raum zur Entfaltung? Wo spüre ich, dass ich mich aus etwas befreien muss? Oft werden das ganz alltägliche Dinge sein - manches Mal aber auch sehr grundlegende Fragen meines Lebens.

Die Frohe Botschaft der Bibel will und kann nicht die Sachzwänge des Alltags beseitigen. Sie geht tiefer. Sie will eine Beziehung zwischen Gott und dem Menschen aufbauen, aus der heraus er sein Leben unter einem neuen Blickwinkel sehen und gestalten kann. "Befreiung" wird dadurch zu einer Kernbotschaft der Predigt Jesu.

Er predigt die Befreiung von Schuld. Wenn Fehler des Menschen die Beziehung zur Umwelt, zum Nächsten und vor allem zu Gott stören, dann sprechen wir von "Sünde". Jesus bietet Sündern immer wieder eine neue Chance, wenn sie zu ihrer Schuld stehen und sich "bekehren" wollen. Er macht deutlich, dass Gott die Schuld vergibt - und schenkt damit einen befreiten Neuanfang.

Er predigt die Befreiung vom Tod. Seine Botschaft vom Reich Gottes geht über diese Welt hinaus. Jesus zeigt, dass die Liebe stärker ist als der Tod und zeigt in seiner Auferstehung, was auch wir erwarten dürfen. Damit ist der Tod nicht aus unserem Leben entfernt - aber die Angst vor ihm wird befreit zur Hoffnung auf ein ewiges Leben.  

Er predigt die Befreiung von Leid und Angst. Sie prägen unser Leben und werden durch unseren Glauben nicht ausgelöscht. Aber wenn das Leben durch den Glauben einen Sinn bekommt, dann können auch Leid und Angst eine andere Bedeutung bekommen. Wir können sie einordnen in diesen Sinn. Sie bekommen eine Bedeutung für unser Leben.

"Gott ist nicht irgendeine engstirnige Persönlichkeit, wie sich das einige Leute vorstellen, sondern ein gewaltiger Geist der Liebe, der über den kleinen Unterschieden von Erscheinung und Glaube und Herkunft steht und der jeden segnet, der wirklich versucht, sein Bestes in Gottes Dienst zu tun." Er predigt die Befreiung aus der Einsamkeit. Er ruft Menschen in seine Nachfolge, bringt sie in Kontakt untereinander und mit Gott. Er selber hat die Zusage gegeben, für die Menschen da zu sein und mit ihnen auf dem Weg zu bleiben.

Damit wird die Befreiung, die aus dem Glauben kommt, vor allem zu einer "Befreiung zu sich selbst". Der Glaube verweist auf die tiefste Dimension des Lebens und lässt den Menschen fragen, was wirklich wichtig ist. Der Glaube befreit zum Wesentlichen!

Die Botschaft Jesu ist dabei keine Vertröstung auf ein Jenseits, keine billige Zukunftsmusik. Freiheit soll heute erlebbar werden und mein Leben prägen. Die Freiheit, die der Glaube schenkt, muss sich in unserem Alltag zeigen. Wir dürfen und müssen uns als Befreite, Erlöste verstehen. Und werden uns dann ganz von selber auch einsetzen für die Freiheit anderer gegen Ungerechtigkeit, Leid und Unterdrückung.

 

Impuls aus der Bibel

Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen! Ihr seid zur Freiheit berufen, Schwestern und Brüder. Nur nehmt die Freiheit nicht zum Deckmantel um zu tun und zu lassen, was ihr wollt, sondern dient einander in Liebe! Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!
                                                                                               Gal 5,1.13-14

Plädoyer

Zur Intension des Textes werden in Kleingruppen PRO- und CONTRA-Argumente gesammelt. Nach einem Abwägen legt sich die Gruppe auf eine Seite fest.
Ein Sprecher der Gruppe trägt ein Plädoyer der Großgruppe vor. Variante: Es wird jeweils zu PRO und CONTRA eine Kleingruppe vorher festgelegt, welche dann Argumente sammelt und daraus ein Plädoyer formuliert.

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