Begegnung mit Gott

Kategorien Einführung

„Auf der Suche nach der Wahrheit entdecken wir Gott der uns entgegenkommt, weil er uns liebt. Wir erleben ihn als den Schöpfer dieser Welt, der in Jesus Christus Mensch geworden ist und uns mit seinem Heiligen Geist Kraft spendet.“

                                                                                        (Ordnung der DPSG)

Was meint das? 

"Du kannst deine Gedanken nicht sehen, aber du weißt, sie sind da und du siehst ihre Auswirkungen, wenn du das Ergebnis deiner Überlegungen greifen kannst. In gleicher Weise ist Gott nicht sichtbar, aber er ist gleichsam hier und du siehst sein Wirken, wenn du eine gute Tat tust."

                                                                                          (Lord Baden-Powell)

Wer nach dem Sinn des Lebens fragt, stößt an die Frage nach Gott. Gibt es ein Wesen oder Prinzip, das über dieser Welt steht, diese Welt geschaffen hat und ihr Sinn verleiht? Der christliche Glaube beantwortet diese Frage mit "Ja". Er bekennt sich zu Gott. Dabei beruft er sich auf die Bibel und die Weitergabe des Glaubens in der Kirche. Also darauf, dass andere Menschen eine Erfahrung mit diesem Gott gemacht haben und diese Erfahrung weitererzählen. Wir Menschen sind angewiesen auf solch eine Weitergabe von Wissen. Aber wir sind auch auf die eigene Erfahrung, das eigene Erkennen angewiesen. Doch kann ich Gott erkennen, ihn erfahren?Wenn der Glaube Gott nicht innerhalb dieser Welt sieht, sondern "über" ihr, dann ist Gott mit den Mitteln dieser Welt nicht zu beweisen. Alle Gedankenkonstrukte, die Gott beweisen wollten, stoßen letztendlich immer wieder an den Punkt, dass Gott die logische Konsequenz sein kann - aber nicht  sein muss. Hier beginnt der Glaube. Der allerdings - und das ist wichtig - darf nicht im logischen Widerspruch stehen zu dem, was wir naturwissenschaftlich erforschen können.

Die Bibel bekennt Gott als einen dreifaltigen Gott. Das meint nicht drei Götter - sondern drei Wesensarten des einen Gottes. Gott ist im Laufe der Geschichte auf drei verschiedene "Arten" mit den Menschen in Kontakt getreten. Das bezeichnen wir als die drei "Personen" Gottes:

  • als Vater und Schöpfer hat er diese Welt geschaffen, ihr eine Ordnung geben und im Bund mit dem Volk Isräl sich selber kundgetan.
  • in der Person des Jesus von Nazareth ist er selber Mensch geworden, hat mit den Menschen seiner Zeit gelebt und ihnen seine frohe Botschaft mitgeteilt.
  • im Heiligen Geist wirkt er als Kraft, die uns auch heute noch erfüllt, die in uns und unserer Welt wirkt.

Für die Christen ist Jesus von Nazareth der "Dreh- und Angelpunkt" des Glaubens. Seine Botschaft erfüllt die Verheißungen des "Alten Testaments", des Bundes, den Gott mit den Isräliten geschlossen hat. Er bestätigt diesen Bund und seine Gebote - und schreibt ihn gleichzeitig weiter fort. Die Befreiung des Menschen steht im Mittelpunkt seiner Predigt - und die Wirklichkeit des Reiches Gottes unter uns.  

Wenn wir Jesus als Mensch und Gott bekennen, wird in ihm Gott im wahrsten Sinne des Wortes greifbar. Er war für die damaligen Menschen erfahrbar - und bleibt es durch ihre Berichte bis heute. Im "Neuen Testament" der Bibel begegnen wir diesem Jesus und seiner Botschaft.  

Diese Botschaft, die Jesus selber zusammenfasst im Doppelgebot der Liebe Gott und den Menschen gegenüber, wurde von vielen nicht verstanden. Sie stieß auf Widerstand - und führte Jesus in den Tod. Er wurde gekreuzigt, weil er in den Augen der damals Führenden Gott lästerte.  

Doch er blieb nicht im Tod. Seine Jünger erlebten ihn drei Tage nach seinem Tod als Auferstandenen. An ihre Botschaft glauben wir Christen und tragen den Auftrag Jesus weiter, das Reich Gottes zu verwirklichen und den Glauben weiterzutragen.  

Der Glaube an Gott ist dabei mehr als ein "Wissen" um diesen Gott. Wenn wir Gott als einen persönlichen Gott bekennen, dann tritt er uns entgegen als ein "Du". An ihn zu glauben heißt dann vor allem, eine Beziehung zu ihm zu haben. Ich kann ihm begegnen.  

Wenn Menschen von einer solchen Gotteserfahrung berichten, ist es nichts, was sie beweisen können. Oft ist es kaum in Worte zu fassen. Und doch sind sie davon tief erfüllt und spüren, dass Gott "da" ist.

Solche Erfahrungen kann man nicht erzwingen. Aber man kann sich für sie öffnen. Man kann die Spuren Gottes in der Natur entdecken, in der Hoffnung auf ihn ein Ziel für sein Leben finden, in der Liebe eine Ahnung davon bekommen, was Gott sein kann. In dieser Offenheit kann mir Gott begegnen.

Impuls aus der Bibel

Mose weidete die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus und kam zum Gottesberg Horeb. Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht. Mose sagte: Ich will dorthin gehen und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen. Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht? Als der Herr sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen, rief Gott ihm aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose!
Er antwortete: Hier bin ich. Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden. Dann fuhr er fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen, und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne ihr Leid. Ich bin herabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen. Jetzt ist die laute Klage der Isräliten zu mir gedrungen, und ich habe auch gesehen, wie die Ägypter sie unterdrücken. Und jetzt geh! Ich sende dich zum Pharao. Führe mein Volk, die Isräliten, aus Ägypten heraus!
Da sagte Mose zu Gott: Gut, ich werde also zu den Isräliten kommen und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen darauf sagen? Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin der "Ich-bin-da". Und er fuhr fort: So sollst du zu den Isräliten sagen: Der "Ich-bin-da" hat mich zu euch gesandt.

                                                                                        Ex 3,1-8a.9f.13f

Bibel Teilen

Die sieben Schritte des Bibel Teilens:

  1. Einladen, den Herrn in der Mitte durch ein Gebet begrüßen.
  2. Bibelstelle lesen.
  3. Beim Text verweilen:
    • Markante Worte/Satzstücke suchen und laut aussprechen.
    • Dazwischen immer wieder Besinnung.
    • Am Ende: Bibelstelle noch einmal als ganze laut vorlesen.
  4. Schweigen – Gott sprechen lassen.
  5. Austauschen, über das, was uns durch Text und Gedanken berührt hat.
  6. Handeln: Aus der Bibelstelle heraus aktiv werden.
  7. Beten: Jede und jeder spricht seine Bitten. Zum Schluss ein Gebet, dass alle auswendig kennen (Vater Unser, Pfadfindergebet,…).
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