Sinn des Lebens

Kategorien Spiritualität Einführung
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„Aus der Liebe Gottes zu uns Menschen schöpfen wir die Kraft, unseren Nächsten zu lieben und mit uns selbst sorgsam umzugehen. Durch diese Liebe erwächst die Haltung, uns für das eigene Wohl und das Wohl anderer einzusetzen. Darin erfahren wir auch Glück und dass unser Leben Sinn hat.“

(Ordnung der DPSG)    

Was meint das?    
„Ich glaube, dass Gott uns in diese schöne Welt gesetzt hat, um glücklich zu sein und uns des Lebens zu freuen.“ (Lord Baden-Powell)      

Wer möchte nicht glücklich sein? Was aber ist Glück? Was hilft uns, uns des Lebens zu freuen? Dahinter steht die Frage nach dem Sinn des Lebens. Hat mein Leben einen Sinn?  

Der Mensch von heute ist in Vielem unabhängig. Das gilt für die eigenen kleinen Freiheiten, aber auch, wenn es um die tieferen Lebensfragen geht: Kirche und Gesellschaft geben nicht mehr einfach Antworten vor. Wir sind gezwungen, selber Antworten zu suchen.  

Die Frage nach dem Warum und Wozu stellt sich oft im Alltag gar nicht. Wir sind beschäftigt mit dem, was ansteht – und planen, wohin es gehen soll. Was dahinter steht …?  

Doch spätestens bei dem Gedanken an den Tod oder der Erfahrung des Todes im eigenen Umfeld stellt sich die Frage: welchen Sinn hat das alles? Es gibt viele einzelne, oft widersprüchliche Antworten auf diese Frage. Sollen diese tragen, müssen sie sich an der letzten Frage messen lassen: tragen sie auch über den Tod hinaus? Oder stellt der Tod den Sinn des Lebens in Frage? Die Sinnfrage ist deshalb eng mit der Glaubensfrage verbunden. Denn der Glaube gibt Antworten, die über diese Welt, über das Materielle und Greifbare hinaus gehen – auch über den Tod. Das Problem nur: Glaube lässt sich nicht beweisen …  

Sind unsere Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens deshalb Illusionen? Etwas, das wir uns selber zusammenstricken, um nicht unterzugehen in der Sinnlosigkeit? Was ist denn mit den großen, ungelösten Fragen, die sich auch in unserem Leben stellen: Warum gibt es das Böse in der Welt? Warum müssen Menschen leiden, warum gibt es Krankheit, Hunger, Elend? Sind wir dem Schicksal ausgeliefert und können nichts tun gegen Katastrophen? Warum müssen wir sterben? Wo ist da ein Sinn? Ist es nicht einfacher, sich Ziele zu setzen und versuchen, diese zu erreichen? Erfolg im Beruf, eine glückliche Familie, ein wenig Wohlstand, eine ausgefüllte Freizeit? Und doch regt sich immer wieder das Gefühl: es muss doch noch mehr geben. Warum sonst sollten bringen sich z.B. Menschen umbringen, die all das haben? Und die dennoch für sich keinen Sinn im Leben mehr sehen? „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ – diese biblische Weisheit gilt auch heute noch: wir leben nicht nur von oder für die Arbeit, das Vergnügen, die Freizeit. Wir suchen nach dem, was „dahinter“ steht.  

Es sind verschiedene Erfahrungen, die eine Ahnung von Sinn geben können. Da ist das, was mein Leben wertvoll macht. Ich erfahre, dass es Werte gibt in meinem Leben, die mich leiten und tragen. Werte, auf die ich mein „Lebensgebäude“ errichten kann, die ein Fundament für mich sind. Werte wie Freiheit, Gerechtigkeit, Liebe, Ehrlichkeit, Tapferkeit, …  

Da ist die Erfahrung, dass unsere Welt als Ganzes ein sinnvolles Gebilde zu sein scheint. Trotz mancher (noch) Unerklärbarkeit – vom Aufbau der Atome über die Nahrungsmittelkette bis hin zur Ordnung des Kosmos scheint sie einen geordneten Zusammenhang zu haben.  

Nicht zuletzt ist es das tiefe, kaum beschreibbare innere Gefühl: Ja, das ist es. Eine Gewissheit in einer bestimmten Situation, bei einem bestimmten Gedanken, die nicht in Worte gefasst werden kann. Hier beginnt der Glaube.  

Spätestens hier wird deutlich: Sinn können wir nicht machen. Der Sinn liegt nicht nur in uns. Sinn ist ein Geschenk.

Impuls aus der Bibel

Dann sagte Jesus zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink, und freu dich des Lebens! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast? So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

Lukas 12,15-21

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