Kochfeuer Teil 1

Küchendienst! Ran an den Herd. Ob ihr eine Kleinigkeit für euch oder ein Menü für den ganzen Stamm zubereiten wollt: Es gibt tatsächlich für alles ein anderes Kochfeuer. Hier stellen wir euch die einfachen Varianten vor.

Der Dosenkocher

  1. Nehmt eine leere Dose und schneidet sie oben an mehreren Stellen ein.

  2. Eingeschnitten lassen sich einzelne Abschnitte nach außen biegen. Hier liegt dann später euer Topf auf.

  3. Nun braucht ihr nur noch gutes Brennmaterial, wie eine in Wachs getränkte Papprolle, die ihr in die Dose hineinstellt. Und schon könnt ihr euren Kocher an einer geeigneten Stelle einsetzen.

 

 

 


Die Zweibein-Kochstelle

Zweibein-Kochstelle
  1. Baut euch ein Zweibein.

  2. Stellt es neben euer Feuer.

  3. Schräg über die Verbindungsstelle lehnt ihr einen langen Gabelstock, der mit einem Ende am Boden aufliegt.

  4. Dieses Ende befestigt ihr mit einem Aststück oder mit Heringen am Boden.

  5. An das andere Gabel-Ende, das in die Luft ragt, könnt ihr nun euer Kochgefäß hängen.

Die Dreibein-Kochstelle

Die Dreibein-Kochstelle
  1. Baut euch ein Dreibein.

  2. Stellt es direkt über euer Lagerfeuer.

  3. Nun könnt ihr euren Topf an einem Haken oder Aststück direkt unter die Verbindungsstelle hängen.

Der Schwenkarm

Der Schwenkarm
  1. Für den Bau eines Schwenkarms benötigt ihr eine Stange (zum Beispiel eine Jurtenstange) und müsst einen Parallelbund knüpfen können.

  2. Befestigt zuerst einen Stock mit einem Parallelbund an der Jurtenstange ungefähr im mittleren Bereich. Es ist von Vorteil, wenn der Stock nicht genau in seiner Mitte festgeknotet wird, sondern eine Seite etwas länger ist als die andere.

  3. An das längere, gegabelte Ende kommt dann euer Topf.

  4. Das kürzere Ende befestigt ihr mit einer flexiblen Vorrichtung am Boden oder direkt an der Stange. So könnt ihr die gewünschte Höhe einstellen: Ist das kurze Ende nah an der Stange, schwenkt euer Topf weit oben über dem Feuer. Lasst ihr das kurze Ende etwas weiter weg vom Befestigungspunkt, kommt euer Pott der Hitze näher.

Das Galgenfeuer

Das Galgenfeuer
  1. Hierfür benötigt ihr jeweils entweder zwei Zwei- oder zwei Dreibeine.

  2. Über diese legt ihr einen stabilen Ast.

  3. An den Ast hängt ihr eure Pötte.

  4. Entfacht schließlich unter jedem Topf ein Feuer.

Die Kochkiste

Die Kochkiste
  1. Nehmt eine Kiste, am besten aus Metall – Holz geht aber auch.

  2. Isoliert den Boden und die Wände der Kiste mit Heu, Stroh oder Styropor.

  3. Stellt euren Topf hinein und stopft die Hohlräume, die es noch gibt, mit noch mehr Isoliermaterial aus.

  4. Jetzt den Deckel der Kiste gut zumachen, eventuell beschwert ihr ihn zusätzlich. Fertig!

Der Sitzherd (für längere Gar-Zeiten)

Sitzherd

1. Hierfür benötigt ihr eine beliebige Kochstelle.

2. Hebt euch einen Beinraum vor der Kochstelle aus.

3. Eure Sitzfläche ist dann auf gleicher Höhe mit der Kochstelle.


Der Eimer-Herd

1. Ihr benötigt einen alten Eimer. In diesen macht ihr ein Loch am Boden und eins an der Seite.

2. Für die Feuerstelle hebt ihr etwas Erde aus.

3. In der Vertiefung errichtet ihr euer Feuer.

4. Darüber stülpt ihr den Eimer, der, drum herum mit Erde eingedeckt, die Hitze richtig gut halten kann.

5. Euer Topf kommt oben auf den Eimer. Mit Hilfe des Lochs an der Seite könnt ihr euren Herd anzünden und die Zuluft regulieren.


Das Kreuzgrabenfeuer (bei drehendem Wind)

Kreuzfeuer

1. Wie der Name schon sagt, braucht ihr zwei Gräben, die sich kreuzen.

2. Das Feuer errichtet ihr an der Kreuzung.

3. Den Topf könnt ihr zur Hitzebündelung in eine Pagode einfassen.


Der Erdofen (zum Kochen ohne Topf)

Erdofen
Erdofen

1. Zunächst braucht ihr eine Grube. Diese legt ihr mit flachen Steinen aus.

2. Auf den Steinen entfacht ihr ein Feuer.

3. Sobald ihr die Glut gut erkennen könnt, legt ihr weitere Steine ins Feuer.

4. Ist das Feuer heruntergebrannt, nehmt ihr die oberen Steine, die Glut und Feuerreste weg.

5. Auf die unteren Steine legt ihr eine Schicht Laub, besprenkelt dieses mit Wasser, legt euer Essen hinein und bedeckt es wieder mit einer Schicht grünem Laub (euer Essen in Alufolie tut es natürlich auch).

6. Die vorher entfernten Steine und die Glut kommen nun auf das grüne Laub und alles wird fest mit Erde abgedeckt. Euer Essen braucht zwischen einer und vier Stunden, je nachdem, was es ist.


Das Grabenfeuer (bei starkem Wind)

Grabenfeuer
Grabenfeuer

1. Grabt einen Graben in Windrichtung.

2. Den Rand befestigt ihr mit Steinen. Dies wird eure Topfauflage.

3. Die Erde aus dem Graben nutzt ihr, um die Steine von außen abzudichten. Auf diese Weise bleibt die Hitze unter dem Topf und wird nicht vom Wind weggepustet.

4. Jetzt fehlt nur noch ein Feuer eurer Wahl im Graben, das den Topf befeuert.


Das Grubenfeuer (bei Regen)

Grubenfeuer Querschnitt
Grubenfeuer Querschnitt
Grubenfeuer von oben
Grubenfeuer von oben

1. Die Grube entspricht der Größe eures Kochgefäßes plus Nachlegeschacht.

2. Drei Steine am Rand der Grube dienen als Topfauflage.

3. Den Aushub könnt ihr als Windschutz um die Grube herum schichten.

4. Beheizt wird die Grube mit einer Pyramide.

5. Wartet mit dem Kochen, bis ihr eine ordentliche Glut habt.

Zeichnungen: Alexandra Völker

Quelle: Querweltein | Mawa | 432 Seiten | www.ruesthaus.de

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung