Fotografieren: Und jetzt alle „Cheese“

Ihr habt viele Fotos vom letzten Lager, aber es sind nur wenig richtig gute dabei? Wir geben euch Tipps, wie ihr eure Bilder ein bisschen aufwerten könnt - ganz ohne Photoshop.

Bewegt euch auf Augenhöhe

Augenhöhe Kinder
Foto: Franz-Georg Wand

Egal ob Frosch, Vogel oder Wölfling, eure Linse gehört auf Augenhöhe. In einer Unterhaltung guckt man sich gerne in die Augen, also versucht dies auch beim Fotografieren zu beachten. Geht in die Knie oder sogar auf den Boden, wenn ihr Motive ausgesucht habt, die kleiner sind als ihr.

Wenn ihr euch jetzt noch natürlich mit euren Motiven bewegt und euch traut, mal näher ran zu gehen, kann euer Motiv das ganze Bild ausfüllen. Versucht, euch zu „unterhalten“ anstatt nur einseitige Beobachter zu sein.

Probiert gerne auch mal verschiedene Dinge an einem Motiv aus wie mit der Serienbildfunktion. Das erfordert ein bisschen mehr Zeit, bringt aber auch viel Spaß und die schöneren Fotos. 

Zum Bild rechts: Runter auf den Boden heißt es für alle, die Kinder fotografieren wollen. Ausnahme: Ihr wollt wie hier bewusst eine ungewöhnliche Perspektive einnehmen.


Schnipp schnapp, Haare ab?

Porträt Jungpfadfinder
Foto: Dietmar Rude

Jetzt habt ihr ganz viele Fotos von der neuen Wölflingsmeute gemacht, aber irgendwie…hier fehlt eine Hand, da ist ein Fuß abgeschnitten, und ein Wölfling habt ihr fototechnisch fast geköpft…Wenn ihr Personen fotografiert, achtet beim Ablichten darauf, dass alle Gliedmaßen im Bildausschnitt zu sehen sind. Auch Gegenstände und Gebäude geben vollständig erfasst das schönere Motiv ab. Lediglich bei Porträtfotos kann es interessant sein, oben und unten etwas „abzuschneiden“. Dadurch wirken die Motive erst richtig nah. Wollt ihr euer Motiv scharf gestellt und den Hintergrund unscharf haben, müsst ihr die Blende ändern. Eine kleine Blendenzahl wie 2,8 bedeutet eine weite Öffnung der Blende. Die Schärfentiefe ist dann klein, das heißt nur ein kleiner Teil des Bildes ist scharf. Um den abgelichteten Personen nicht auf den Schoß krabbeln zu müssen und ungestellte Momente einfangen zu können, verwendet ihr hier am besten den Telebereich anstelle des Weitwinkels.

Zum Bild: Bei einer Porträtaufnahme darf durchaus mal der Kopf angeschnitten werden, das bringt Dynamik ins Bild. Hier sieht man auch gut die kleine Schärfentiefe: Lediglich der Junge ist scharf, der Hintergrund ist unscharf.


Was ist denn da hinten los?

…denkt man sich vielleicht, wenn ihr euer Hike-Team zwar formatfüllend und inklusive aller Gliedmaßen im Zelt abgelichtet habt, sich im Hintergrund jedoch das Chaos der letzten zwei Wochen Sommerlager breitgemacht hat. Anstatt im Zelt mit zerwühltem Bildhintergrund zu fotografieren, lieber alle vors Zelt, Zelt zu, Schuhe weg und schon habt ihr einen klaren und ruhigen Hintergrund. 

Bild-Perspektive
Foto: Christopher End
Foto-Perspektive
Foto: Christopher End
Foto Perspektive
Foto: C. End

Zu den Bildern: Auf Augenhöhe gehen reicht manchmal nicht. Im ersten Bild „wächst“ aus dem Kopf des Wölflings ein Schild. Bewegt sich der Fotograf, verschwindet nicht nur das störende Schild, sondern es ergeben sich plötzlich neue Perspektiven.


Im rechten Licht

Kind auf Schaukel
Foto: Franz-Georg Wand

Vor dem Zelt ist es auch lichttechnisch gesehen günstiger. Draußen habt ihr natürliches Licht, welches übrigens morgens oder abends am besten zum Fotografieren ist. Auch die blaue Stunde, die Zeit nach Sonnenuntergang, aber noch bevor es richtig dunkel ist, gibt tolles Licht. Die strahlende Mittagssonne ist hingegen eher ungeeignet, da sie eure Hike-Kollegen wahrscheinlich zum Blinzeln zwingt. Zusätzlich ist das helle Licht noch für harte Schatten im Gesicht verantwortlich. Klar will man auch tagsüber mal ein Foto schießen, daher unser Tipp: Mit der Sonne im Rücken fotografieren. Falls die Schatten im Gesicht zu unansehnlich sind, könnt ihr auch draußen den Blitz anschalten, der lässt die Schatten ein wenig verblassen. 

Zum Foto rechts: So einen blauen Himmel kann man am besten vor- oder nachmittags einfangen. Mittags ist vor allem im Sommer das Licht oft zu grell. Um den schaukelnden Pfadfinder genau so einzufangen, hat der Fotograf übrigens viele Bilder geschossen.


Blitzlichtgewitter?

Pfadfindergruppe
Foto: Mihael Petrovic

Drinnen macht der Blitz wiederum meist sehr hartes Licht und lässt den Bereich, wo er nicht hinkommt, umso mehr im Dunkeln. Statt das Objekt direkt zu blitzen, bietet es sich bei einem externen Blitzgerät an, indirekt zu blitzen, das heißt zum Beispiel an die Decke. Oder ihr versucht auch drinnen, so viel Tageslicht wie möglich in den Raum zu lassen, um möglichst stimmungsvolle Bilder zu bekommen. Habt ihr keinen Blitz und wollt trotzdem bei wenig Licht fotografieren, hilft ein Stativ gegen Verwackeln. Notfalls könnt ihr die Kamera aber auch einfach auf einen festen Untergrund stellen. Es lohnt sich auch, die Funktion der Belichtungskorrektur auszuprobieren.

Zum Foto: Schöne spontane Blitz-Aufnahme. Allerdings sind die Gesichter durch das direkte Blitzen etwas hell geraten.

Ein Artikel von Johanna Schepp aus der mittendrin 1/2013

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