Vorab-Bericht vom Weltklimagipfel 2013 in Warschau

11.11.2013: Die DPSGler Jörn Becker und Lars Kramm sind Teil der WOSM-Delegation bei der Weltklimakonferenz in Warschau. Für dpsg.de berichten sie von ihren Erlebnissen vor Ort.

WOSM Delegation in Diskussion bei COY9/PowerShift
WOSM Delegation in Diskussion bei COY9/PowerShift | Foto: Lars Kramm

Nach einer langen Fahrt im Nachtzug bin ich mit der WOSM-Delegation in Warschau angekommen. Am Donnerstag hat die Conference of Youth (COY) angefangen. Dies ist eine Vorabkonferenz vor dem eigentlichen Klimagipfel für „jugendliche“ Teilnehmende von Nichtregierungsorganisationen. Die DPSG als Mitglied beim WOSM ist zum Beispiel eine solche Nichtregierungsorganisation. Unsere Delegation besteht neben mir aus Nhattan aus Kanada, Uzair vom Weltbüro, Sofia aus Portugal sowie Grecia und Ana aus Mexiko. Auch Lars, der internationale Beauftragte der DPSG, ist mit uns auf der COY dabei. Ab Montag werden wir dann komplett sein.

Was ist bisher passiert? Unsere Delegation hat diverse Workshops besucht; unter anderem, um uns inhaltlich einzuarbeiten. In einem Workshop haben wir uns über die polnische Klimapolitik informiert. Derzeit blockiert die polnische Regierung die Ziele der EU, dem Emissionshandel neuen Schwung zu verleihen. Ein Grund dafür ist, dass die polnische Energieversorgung zu 90% aus fossilen Energieträgern besteht. Kohle hat hier mit über 80% den größten Anteil am Energiemix. Im Gegensatz zur polnischen Regierung ist das polnische Volk für eine klimafreundlichere Energiepolitik.

Unsere Freundinnen von WAGGGS, der Weltorganisation der Pfadfinderinnnen, haben einen Workshop zu Klimabildung angeboten. Mit viel „Learning by doing“ haben wir uns darüber ausgetauscht, wie Menschen für die Klimapolitik ausgebildet werden können. Das nennt man auf Englisch „capacity building“. Denn eine entscheidende Komponente beim Klimawandel ist es, Personen über den Klimawandel zu informieren. Junge und alte Menschen müssen wissen, wie der Klimawandel funktioniert und wie sie zum Klimaschutz beitragen können. Weitere Workshops, die wir besucht haben, behandelten Generationengerechtigkeit oder wie Länder sich gegen die Folgen des Klimawandels wappnen können.

Neben den Workshops sammeln wir fleißig Kontakte, u.a. mit Organisation, mit denen wir Pfadfinder eventuell in der Zukunft zusammenarbeiten werden. Das Großartige an einer solchen Veranstaltung ist, dass hier sehr viele kompetente Leute teilnehmen und wir als Pfadfinder viel lernen können.

Heute Nachmittag hat der erste Teil des Germanwatch-Workshops stattgefunden. Mit Germanwatch haben wir schon in der Jahresaktion 2011 „Our World – our Challenge“ zusammengearbeitet. Ihr Schwerpunkt ist, den Klimawandel dort zu bekämpfen wo er auch verursacht wird, nämlich in den Industrieländern. In ihrem Workshop ging es um ein Bildungsprojekt, das gemeinsam mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Entwicklungs-und Industrieländern entwickelt wird. Dieses Projekt ist sehr spannend, da Fachleute aus Indien, Bangladesh, Südafrika, Jamaika und Deutschland eingeladen wurden. Heute haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Erfahrungen geschildert, wie sie vom Klimawandel betroffen sind. Auch haben wir uns das Video „Die Rechnung“ auf Youtube angesehen. Da die anderen Teilnehmenden aus Ländern kommen, bei denen es sich um „Opfer des Klimawandels“ handelt, fand ich es schon „bedrückend“, da ich als Angehöriger einer „Verursacher“-Nation daneben saß.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass die Tage bisher sehr informativ, wenn auch schlafraubend, waren… Ich halte euch weiter auf dem Laufenden!!!

Gut Pfad, Jörn

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