Einschätzung des Bundesvorstands zum Umgang mit der Corona-Pandemie

13.03.2020: Liebe Pfadfinderinnen und Pfadfinder, wie schnell die Welt aktuell in Bewegung ist merkt man spätestens, wenn man nach zwei Tagen eine Aktualisierung zu einem offiziellen Statement verfassen muss,

da sich die Rahmenbedingungen der Situation deutlich geändert haben. Seit unserer Aussage von Mittwoch hat sich die Lage in Deutschland weiter verschärft. Die Entwicklung in Deutschland spiegelt sich nicht nurzuletzt in den vielen Anrufen und Mails in Bundesamt und Bundeszentrum wieder, sondern eben auch in den Aussagen und Maßnahmen der Bundesregierung sowie der Bundesländer.

Wir sehen uns als Verband in der Verantwortung, diese Veränderungen nicht zu ignorieren und unseren Teil zu einer Verlangsamung des Virus beizutragen. Daher gilt es sowohl für uns auf Bundesebene, als auch für Verantwortliche auf allen anderen Ebenen des Verbands, ohne Panik die Situation in ihrem Verantwortungsbereich jeweils aktuell zu bewerten. Dabei haben wir stets die Einschätzungen und Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts im Blick und halten daher folgende Maßnahmen für sinnvoll:

Für die Arbeit in den Stämmen und Gruppen hat sich unsere Empfehlung nicht viel geändert, da die regionalen Unterschiede in Deutschland dafür zu groß sind: o   Die Gefährdung einer Infektion mit Corona wird aktuell als mäßig eingeschätzt. Da die Infektionsketten überwiegend lokal sind und unsere Zielgruppe in aller Regel nicht zur Risikogruppe im Erkrankungsfall zählt, ist unser erster und wichtigster Rat Ruhe zu bewahren. Es gibt aktuell keinen Anlass zu Panik und alle Maßnahmen, die wir treffen, sollten entsprechend verhältnismäßig sein.

o   Aufgrund der regionalen Unterschiede ist es aus unserer Sicht nicht sinnvoll, pauschal bundesweit und einheitlich Gruppenstunden oder Veranstaltungen abzusagen.

o   Bei der Bewertung eurer Situation vor Ort, empfehlen wir euch, euch an den Handlungsempfehlungen der örtlichen Gesundheitsämter zu orientieren. Entscheidet sich die Gesundheitsbehörde zum Beispiel zur Schließung von Schulen, so sollten in diesem Zeitraum auch die Gruppenstunden und etwaige Veranstaltungen abgesagt werden.

o   Sollte es zu einem Corona-Verdachtsfall innerhalb eures Stammes kommen (Hinweis: Ein Verdachtsfall liegt nur dann vor, wenn eine Person die typischen Krankheitssymptome zeigt UND direkten Kontakt mit einem BESTÄTIGTEN Corona-Patienten hatte oder in den letzten 14 Tagen in einem der offiziellen Risikogebiete gewesen ist), wendet euch ebenfalls an das zuständige Gesundheitsamt, das die weiteren Schritte mit euch besprechen wird. Bitte werdet in diesem Fall erst nach Abstimmung mit den Behörden und einer Risiko-Abschätzung durch die Experten tätig, um unnötige Verunsicherung zu vermeiden.

o   Darüber hinaus schließen wir uns den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung zur regelmäßigen Handhygiene und zum Verhalten bei Krankheitssymptomen an

Auf Bundesebene kommen wir inzwischen zu einer anderen Einschätzung. Hier treffen – insbesondere auch durch die notwendige Reisetätigkeit – einige der Kriterien des RKI (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risiko_Grossveranstaltungen.pdf?__blob=publicationFile) auf unsere Arbeit zu, die nicht veränderbar sind, nämlich:

„Zusammenkunft einer größeren Anzahl von Menschen bei hoher Dichte“,„Teilnahme von Menschen aus Regionen mit gehäuftem Auftreten von COVID-19-Fällen“

„hohe Anzahl und Intensität der Kontaktmöglichkeiten“,

„lange Dauer der Veranstaltung“,

Daher haben wir uns entschlossen alle Veranstaltungen auf Bundesebene im März abzusagen. Davon sind unter anderem auch die im letzten Statement explizit genannten Bundesfachkonferenzen und das DIAB-Treffen, als auch das Bundeswochenende der Kuratenausbildung betroffen. Bezüglich der geplanten Veranstaltungen im April werden wir kommende Woche beraten.

Unseren Arbeitskreisen und Arbeitsgruppen legen wir nahe, ihre Treffen und Sitzungen digital abzuhalten und somit auf Reisetätigkeiten zu verzichten.

Wir empfehlen den Verantwortlichen auf Diözesanebene zu prüfen, inwieweit in ihren Verantwortungsbereichen ähnliche Maßnahmen sinnvoll und angemessen sind.

Grundlegend gilt weiterhin, dass gerade für Veranstaltungen, die weiter in der Zukunft liegen aufgrund der unklaren Entwicklung derzeit noch keine seriöse Prognose möglich ist. Wir empfehlen, die Planungen der Veranstaltungen ganz normal fortzusetzen, bei größeren Beauftragungen/Buchungen aber die Storno-Bedingungen zu prüfen. Es gibt heute keinen Grund, Pfingst- oder Sommerlager abzusagen - bei geplanten Reisen ins Ausland empfehlen wir die dortige Lage genau zu beobachten und die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes zu beachten.

Weiterführende Informationen: Häufige Fragen: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html

Risikogebiete: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html

Informationen zu Auslandsreisen: https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/covid-19/2296762

Wir beobachten die Lage weiterhin intensiv und halten euch auf dem Laufenden, falls sich neue Erkenntnisse ergeben, die abweichende Vorgehensweisen nahelegen.

Herzlich Gut Pfad und viele Grüße

euer Bundesvorstand

Anna, Joschka und Matthias

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