Medien im Pfadfinderalltag

Smartscout Medienpädagogik

Mitbestimmung leicht gemacht? Eine Einführung ins Thema e-Partizipation

Der Nutzen des Internets liegt auf der Hand: Ihr könnt eine im Sommerlager geknüpfte Freundschaft weiterführen, mit Freunden Fotos teilen, „Briefe“ ans andere Ende der Welt schicken und sogar kostenlos live und in Farbe miteinander sprechen. Außerdem können Informationen für Hausaufgaben, neueste Fußballergebnisse, Börsenkurse oder gar das aktuelle Wetter in Timbuktu abgerufen werden – vorausgesetzt, solche Dinge interessieren euch. All diese Dienste haben einen großen persönlichen Nutzen und werden von vielen Usern in Anspruch genommen.

Das Internet bietet darüber hinaus aber auch die Möglichkeit der Teilhabe an sozialen, gesellschaftlichen, kulturellen und vor allem politischen Prozessen. Diese Online-Beteiligungsmöglichkeiten sind unter dem Schlagwort der E-Partizipation gefasst, also der elektronischen Partizipation basierend auf digitalen Medien. Partizipation ist in einer demokratischen Gesellschaft ein fundamentales Recht für jedes Mitglied und die Kommunikationsstruktur des Internets kann dem Einzelnen helfen dieses Recht einzufordern und auszunutzen. Geträumt wird davon, dass durch die technischen Strukturen des Internets Entscheidungen nicht ausschließlich in Führungsebenen und Gremien getroffen werden, sondern dass der einzelne Bürger oder das Vereinsmitglied einbezogen wird und die Entscheidung so nachvollziehbar wird.

Jetzt fragt ihr euch, was das Thema E-Partizipation mit euch zu tun hat? Auch wenn über E-Partizipation vor allem im Kontext der Politik diskutiert wird, ist das Konzept nicht nur bei großen, politischen Themen und Debatten von Interesse, sondern auch in der Vereinsarbeit. In der DPSG werden zum Beispiel auf Diözesan- oder Bundesebene Entscheidungen gefällt, auf die ihr als Mitglieder aktiv Einfluss ausüben könntet. Beim Thema E-Partizipation gilt: jeder soll mitgestalten. Eure Meinung zählt!

Beteiligungsformen und Tools

Der Begriff der E-Partizipation umfasst verschiedene Formen und Grade der Online-Beteiligung:

  • Mitsprache: Ein Element von Partizipation ist die Meinungsäußerung bzw. Positionierung, umsetzbar z.B. über die Zugehörigkeit zu Gruppen, das Abgeben von Statements und das Kommentieren von Texten/Beiträgen.
  • Mitwirkung: Lädt man eigene Medieninhalte in Foren oder Gruppen in sozialen Netzwerken hoch, wird man selbst aktiv und bewegt sich auf der Stufe der Partizipationsstufe der Mitwirkung.
  • Mitbestimmung: Diese Partizipationsform führt man aus, wenn man eigene Gruppen einrichtet und moderiert oder an Abstimmungen teilnimmt oder sie erstellt und so anderen anbietet sich bei einem Thema anzuschließen.
  • Selbstbestimmung: Die Selbstbestimmung wird als höchster Grad von Partizipation angesehen, die vorliegt, wenn man bspw. eine eigene Website betreibt oder einen Blog schreibt.

Entsprechend dieser Unterschiedlichen Stufen von E-Partizipation gibt es auch unterschiedlichste Tools und Werkzeuge, die dies ermöglichen. Einige sind euch sicher aus dem Alltag bekannt, denn alle Angebote, die heute unter dem Schlagwort Web 2.0 gefasst sind, können als Partizipationstools genutzt werden (z.B. Facebook, Youtube, Blogs, Wikipedia, Twitter). Es gibt allerdings auch speziell für die E-Partizipation entwickelte Softwares, wie die Open-Source Software Adhocracy, die Diskussionen, Abstimmungen und Wahlen ermöglichen.

Bei den Pfadfindern lassen sich übrigens schon einige gute Beispiele für E-Partizipation finden: International nennenswert ist das Jamboree on the Internet (JOTI). Bei der DPSG hat sich die Pfadfinderstufe bei der Logosuche für die Mithilfe aus dem Verband entschieden und ein Partizipationsprojekt ins Leben gerufen, bei dem Stämme Logovorschläge hochladen konnten und für diese dann online abgestimmt werden konnte. Ein weiteres E-Partizipationsprojekt läuft aktuell bei der mittendrin. Hier kann jeder Themen vorschlagen, die in der Ausgabe 3/2013 aufgegriffen werden sollen, und anschließend darüber abstimmen. Genutzt wird dabei übrigens die oben erwähnte Software Adhocracy. Also: draufklicken und mitreden!


Versprechen per Smartphone / Pfadfindertraditionen im neuen Gewand

Wir alle kennen Pfadfinder-Versprechen in eindrucksvoller Umgebung. Nachts am Lagerfeuer mit Fackeln. Der ganze Stamm, der ganze Trupp ist versammelt, lauscht dem Versprechen, nimmt das neue Guppenmitglied auf.

Einen neuen, etwas anderen Weg haben fünf Neu-Rover aus dem Stamm Oberräder Pfadfinder aus Frankfurt am Main in der Diözese Limburg ausprobiert. Rico, David, Mischa, Marc-Philipp und Maxi haben – unterstützt von ihrem Leiter Jens – ihr Rover-Versprechen “per Smartphone” abgelegt.

Ihr habt ähnliche “SmartScout”-Erfahrungen gemacht? Dann schreibt uns unter smartscout[at]dpsg.de! Wir freuen uns über Eure Erfahrungsberichte und veröffentlichen sie hier auch gerne. Die Jahresaktion lebt viel besser, wenn die Gruppen im Verband mitmachen und drüber reden. Jetzt aber zum Bericht der Oberräder Rover!

Das Versprechen wird für jeden Pfadfinder einmal zum Thema. Für uns, der Roverrunde der Oberräder Pfadfinder, wurde es zu einem etwas längeren Thema.

Da wir 5 zusammen hochgestuft worden sind, wollten wir unser Versprechen unbedingt alle zusammen machen, was zu verschiedenen Problemen geführt hat. Mal hatte der Eine keine Zeit, mal musste das bereits geplante Versprechenswochenende ausfallen, da der Andere krank war. Als auch der letzte Versuch fehlschlug, beschlossen wir etwas Neues zu probieren. Ein Versprechen per Smartphone. Jedoch wollten wir unsere vorherigen Ideen immer noch umsetzen und teilten das Versprechen in 2 Teile – mit gemischten Gefühlen.

Versprechen alleine Zuhause? Ohne Atmosphäre? Ist das nicht total unpersönlich? Trotzdem ließen wir uns darauf ein, da wir ansonsten keine Möglichkeit sahen, unser Versprechen in absehbarer Zeit durchzuführen. Außerdem ist es cool!

Der erste Teil bestand aus einem “Gespräch” mithilfe von Whatsapp und Smartphone, bei dem jeder einen persönlichen Gegenstand vorstellen und ihn mit seinem Versprechen in Verbindung bringen sollte.

Auf diese Weise wurde der Versprechensinhalt erläutert, worauf meistens eine kürzere Nachfragerunde folgte. Dadurch entstand ein Austausch zwischen uns, welcher das Versprechen für jeden einzelnen und für die gesamte Gruppe deutlicher und verständlicher machte. In einem zweiten Teil wiederholten wir das Versprechen zusammengefasst vor unserem Leiter und dem Vorstand in einer, mehr oder weniger, “klassischen” Tradition. Danach genossen wir roten Wackelpudding, welcher als kleine Stärkung diente, bevor wir eine Zeitkapsel mit unseren Gegenständen an einem geheimen Ort vergruben. Zusätzlich zu diesen persönlichen Dingen haben wir auch ein Brett vergraben. In diesem stecken Nägel, welche uns und unseren Leiter symbolisieren. Der Gesprächsverlauf wird durch einen Faden widergespiegelt, der die einzelnen Nägel verbindet. Außer dem Brett haben wir auch das komplette Versprechensgespräch, ausgedruckt, mit in die Kapsel gelegt.

Wir planen die Zeitkapsel in einigen Jahren wieder auszugraben, um die Erinnerung an unser Versprechen aufzufrischen.

Natürlich war all das auch für uns neu und unbekannt. Im Nachhinein lässt sich jedoch sagen, dass unsere Zweifel nicht bestätigt wurden.

Ganz im Gegenteil: es war eine total neue und gelassenere Atmosphäre als bei jedem anderen Versprechen zuvor.

Durch die einsame Gemeinsamkeit im Chat konnten wir uns auf das Wesentliche konzentrieren. Nämlich auf unser eigentliches Versprechen. Ganz in Ruhe und mit viel Bedenkzeit. Nur das Schreiben, was wir wollten und wie wir es wollten. Die langen Wartezeiten zwischen den Nachrichten fühlten sich anfangs eigenartig an, stellten sich dann aber als angenehme Pausen heraus, in denen wir unsere Gedanken ordnen konnten.

Mit einer derartigen Vielfalt verschiedenster Eindrücke, hätten wir nie gerechnet. Es war ein tolles Versprechen, mithilfe neuer Medien. Vielleicht war es das erste Versprechen dieser Art….

P.S. Danke an unseren Leiter Jens, für diese individuellen Opinels, die wir nach dem Versprechen bekamen.

Rico, David, Mischa, Marc-Philipp und Maxi


Nie wieder Chaos in der Leiterrunde - Mit GroupOffice die Arbeit organisieren

Die Leiterrunde des Stammes St. Georg aus Scoutingen ist eine typische Leiterrunde. Sie besteht aus 14 Leiterinnen und Leitern, den beiden Vorständen, einer Kuratin und zwei Materialwarten. Zum Vermögen des Stammes gehören neben einigen Jurten auch ein VW-Bus. Im Pfadiheim gibt es auch einen Partykeller der regelmäßig belegt wird. Die Leiterrunde trifft sich ein Mal im Monat für gemeinsame Absprachen.

Die Leitungsteam, die Vorstände und die Materialwarte kämpfen mit den üblichen Problemen. Ist der Bus für das Jufilager an Pfingsten noch frei, wo ist nochmal das Protokoll der letzten Leiterrunde hin, wann ist noch ein Termin für das gemeinsame Arbeitswochenende im Pfadiheim frei, … Wir möchten dem Stamm St. Georg hier Group-Office, ein kostenloses Onlinetool als Lösung präsentieren – so werden die Leiterinnen und Leiter aus dem Stamm St. Georg schnell zu SmartScouts.

Dateiablage

Ein zentraler Punkt von Group-Office ist die Dateiablage. Hier können verschiedene Dateien, z.B. die Tagesordnungen und Protokolle der Leiterrunde zentral abgelegt werden. Durch das Berechtigungskonzept von Group-Office ist es möglich den Zugriff auf Ordner für die Mitglieder einzuschränken – so könnten z.B. auch Trupp- oder Rundensprecher/innen eingeschränkten Zugriff auf Ordner bekommen um z.B. Material für ein Projekt der Gruppe hochzuladen oder die Bilder vom letzen Lager zu tauschen ohne Zugriff auf den Ordner mit den Protokollen der Leiterrunde zu haben.

Kalender

Den zweiten großen Bereich des Group-Office nimmt der Kalender ein. Jede/r registrierte Nutzer/in erhält automatisch einen eigenen persönlichen Kalender. Darüber hinaus lassen sich beliebig viele weitere Kalender erstellen und für verschiedene Benutzer(-gruppen) freigeben. Ein eigener Kalender für jede/n Stufe/Gruppe/Arbeitskreis ist damit problemlos möglich.

Über die Funktion „Ansichten“ lassen sich mehrere Kalender zusammenfassen und gemeinsam darstellen. Packt man alle einzelnen Kalender in eine Ansicht „Stamm“ erhält man ohne weiteren Aufwand einen Gesamtüberblick über alle Aktivitäten des Stammes. So lässt sich zum Beispiel erkennen wann sich die Termine häufen oder wo es Überschneidungen gibt.

Terminfindung

Auch das leidige Problem der Terminfindung kann mit Group-Office ohne Rückgriff auf ein weiteres Tool wie zum Beispiel Doodle gelöst werden. Beim Anlegen eines neuen Termins im Kalender besteht die Möglichkeit andere zur Veranstaltung einzuladen. Ihr könnt die Teilnehmer/innen dabei bequem aus der Group-Office Nutzerliste auswählen. Diese werden dann per Mail über den Termin informiert. Durch einen Link in der Infomail kann der Termin geöffnet werden und die Teilnahme kann zu- oder abgesagt werden. Wer zur Veranstaltung eingeladen hat sieht den aktuellen Status in den Eigenschaften des Termins im Kalender, kann aber auch per E-Mail informiert werden.

Materialverwaltung

Für die Materialteams von besonderem Interesse ist die Möglichkeit den Kalender um Ressourcen zu erweitern. Damit ist es möglich das vorhandene Material des Stammes, die Vermietung des Busses oder die Belegung des Partyraumes verwalten.

Das Material lässt sich in Gruppen einsortieren, z.B. Fahrzeuge, Räume, Zelte, Küchenmaterial, …

Wenn eine Gruppe einen Hajk, ein Lager oder eine andere Aktion in ihrem Kalender einträgt kann sie die benötigten Ressourcen zur Veranstaltung hinzufügen. Bei einer späteren Anfrage für den gleichen Termin wird das Material dann als nicht verfügbar angezeigt – diese Funktion erspart häufige telefonische Nachfragen bei den Materialwarten – jeder kann erst einmal nachschauen ob das Material schon vergeben ist. Der Materialwart wird über die Materialanfragen per E-Mail informiert und kann die Ressourcen bestätigen, ablehnen oder unter Vorbehalt stellen. Die Rückmeldung darüber erfolgt per E-Mail. Im Kalender ist der Status ebenfalls sofort einsehbar. Wurde eine Anfrage abgeleht kann man immer noch zum Hörer greifen und bei den Materialverantwortlichen nachfragen.

Kommunikation

GroupOffice verfügt auch über einen eingebauten Webmail Client über den die Nutzer ihre Stammesadresse nutzen können.

Verknüpfung

Mails, Notizen, Aufgaben und Termine lassen sich in Group-Office bei Bedarf so verknüpfen, dass beim Aufruf eines Termins die dazugehörigen Materialien angezeigt werden.

Aufgabenverwaltung

Auch eine ToDo Liste lässt sich mit der Aufgabenverwaltung von GroupOffice pflegen. Es besteht außerdem die Möglichkeit wiederkehrende Aufgaben zu definieren. So kann zum Beispiel der Putzplan für die Gruppenräume umgesetzt werden.

Die Erinnerungsfunktion sorgt dafür dass men die anstehenden Termine nicht vergisst. Überfällige Termine werden rot dargestellt.