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Urheberrecht

Sobald man einen Artikel schreibt, ein Lied komponiert oder ein Foto schießt wird man zum Urheber eines Werkes. Automatisch gewinnt man dann die Urheberrechte an seinem Werk. Dies bedeutet, dass man als Person, die das Werk geschaffen hat, der alleinige Besitzer des Werkes ist und für andere nur Nutzungsrechte abgibt. Das Urheberrecht ist gesetzlich im “Gesetz für Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG)” geregelt.

Hintergrund des Urheberrechts ist es, den Besitzer des geistigen Eigentums zu schützen. So soll z.Bsp. vermieden werden, dass Andere Geld mit Leistungen verdienen, die sie gar nicht erbracht haben. Dies schließt mit ein, dass niemand die Originalwerke des Urhebers ohne dessen Erlaubnis benutzen darf. Es gibt nur einige wenige Ausnahmen, die für Universitäten oder Bibliotheken gelten.

Die Frage „was darf ich nun eigentlich?“ stellt sich zwangsläufig. Hier ein paar Beispiele:

  • Musik brennen: Du darfst für Deine engste Familie eine Sicherungskopie deiner CDs machen, jedoch nur, wenn du das Original rechtmäßig erworben hast und die CD nicht kopiergeschützt ist.
  • Tauschbörsen: Bei Tauschbörsen kann man sich schnell in einer rechtlichen Grauzone bewegen. Auf keinen Fall solltest Du aktuelle Kinofilme oder Videos herunterladen. Klar sollte auch sein, dass die Datei nicht illegal hergestellt wurde. Bei Musik ist es oft schwierig zu sehen, ob es ein legales Angebot ist. Wenn du dir nicht sicher bist, dann nutze den Dienst lieber nicht.
  • Herunterladen von Videos: Hier solltest Du bei kostenpflichtigen Angeboten in jedem Fall die Allgemeinen Geschäftsbedingen lesen. Freie Artikel sind oft mit einer creative commons lizenz ausgewiesen (mehr Infos hierzu findest Du bald hier auf dieser Seite).
  • Selbst Dinge veröffentlichen: Natürlich darfst Du selbst Dinge veröffentlichen, z.B. Urlaubsbilder oder selbst komponierte Musikstücke. Wenn du andere Sachen im Internet veröffentlichst, solltest du prüfen, ob du das Recht hast, so etwas zu tun (siehe z.B. auch unseren Artikel zum Thema Recht am eigenen Bild).

Netiquette - Umgangsformen im Internet

Begriff

Das Wort „Netiquette“ setzt sich zusammen aus „Net“ und „Etiquette“; beschreibt also Umgangsformen im Internet. Wikipedia erweitert den Begriff auf „das gute oder angemessene und achtende (respektvolle) Benehmen in der technischen (elektronischen) Kommunikation“. Dass er sprachlich im Deutschen auch noch nett ist, ist ein schöner Zufall.

Bei elektronischer Kommunikation auf angemessenes und respektvolles Benehmen zu achten, ist eigentlich selbstverständlich, sollte man meinen. Wir sind ja in aller Regel auch höflich und respektvoll, wenn wir mit jemandem direkt sprechen oder telefonieren. Natürlich unterscheiden sich Sprache und Umgangston je nachdem, mit wem wir sprechen, aber selbst im Streit halten wir im Normalfall bestimmte Spielregeln ein.

Warum Netiquette?

Die Situation ist aber bei elektronischer Kommunikation eine andere. Sie ist vor allem anonymer. Man sieht seinen Gesprächspartner nicht, es gibt keine unmittelbare Reaktion. Damit sinkt die Hemmschwelle, wir sind weniger bedacht auf das, was wir sagen und wie wir es sagen. Hierzu muss man nur mal ein beliebiges Forum auf einer Nachrichtenseite im Internet lesen. Wie schnell hier Menschen, die sich gar nicht kennen, persönlich beleidigend werden, kann nur erstaunen.

Die Netiquette sagt also im Grunde nichts anderes, als dass wir auch bei elektronischer Kommunikation auf unseren Gegenüber achten und überlegen, was wir sagen. Denn: „Vergiss niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!“ (Die erste und grundlegende Empfehlung der Usenet-Netiquette)

Netiquette in der Praxis

Die Netiquette ist auch ein gutes Beispiel für die Selbstverwaltung des Internets, bzw. seiner Nutzer. Schon lange, bevor die Offline-Welt aufmerksam wurde, haben sich online die Netiquette-Umgangsformen entwickelt. Was genau zur Netiquette gehört, kann dabei nicht einheitlich gesagt werden. Eine recht frühe Sammlung ist RFC 1855, eine aus dem Jahr 1995 stammende Sammlung von Kommunikationsregeln (engl.), die aber auch heute noch anerkannt ist. Auch wenn manche Ausführungen durch den technischen Fortschritt mittlerweile etwas überholt sind („schreib nicht zu viel, dein Gegenüber zahlt vielleicht pro Minute…“), sind die meisten Tipps heute noch wahr und beachtenswert. Wer in GROßBUCHSTABEN schreibt, schreit im Netz. Wer emotionsgeladen auf eine email antwortet, sollte diese vielleicht am nächsten Morgen noch einmal durchlesen und dann erst absenden.

Und vor allem: Elektronische Kommunikation ist nur bedingt in der Lage, Emotionen richtig zu transportieren. Wer real miteinander spricht, kann durch Betonung oder ein Augenzwinkern klar machen, ob er etwas gerade ironisch oder ernst meint. Dies ist bei elektronischer Kommunikation schwieriger. Emicons ( :-), :-(, etc.) können helfen – wichtiger ist es aber, beim Schreiben im Hinterkopf zu haben, dass ein Satz, der für einen selber lustig gemeint ist, beim Gegenüber anders ankommen kann; insbesondere, wenn man sich nicht so gut kennt.

Eine deutschsprachige Netiquette-Sammlung gibt es bei Netplanet.

Wo es um gute Umgangsformen geht, ist auch der Knigge nicht fern. Unter www.knigge-rat.de findet man u.a. eine Einschätzung, wann Brief, E-Mail und sms angemessen sind. Im Social-Media-Knigge geht es aber auch um korrekte Umgangsformen in Sozialen Netzwerken. Authentisch bleiben, höflich, humorvoll. Der Knigge macht auch darauf aufmerksam, dass wir eigene Einträge immer überprüfen sollten, ob sie später noch gut für unsere Reputation sind. Schließlich „vergißt das Internet ja nie“. Fotos, die heute lustig sind, können in ein paar Jahren einen Personalchef abschrecken. Außerdem sollten wir jedem, mit dem wir uns in Foren oder auf Facebook streiten, anschließend auch noch gegenübertreten können.

Die schnelle und unkomplizierte Art und Weise, in der wir eine E-Mail schreiben oder auf Facebook etwas posten können, verführt auch dazu, schnell und unachtsam zu schreiben und dabei insbesondere alle sonst bekannten Rechtschreibregeln über den Haufen zu werfen. Warum sich mit Großscheibung beschäftigen oder auf Kommata achten, wenn man doch nur kurz etwas einwerfen will? Nun, die Frage ist wohl, ob man verstanden werden will. Entscheidend bei Kommunikation ist ja immer, was beim Empfänger ankommt. Und wenn dieser mich nicht versteht, oder erst minutenlang über dem Sinn meiner Nachricht grübeln muss, war sie wohl nicht sehr erfolgreich. Insofern ist es auch ein Statement, dass ich meine Meinung für wichtig halte, wenn ich mir für eine elektronische Nachricht ähnlich viel Zeit nehme wie für eine reale.


‘Oh das bin ja ich’ oder das Recht am eigenen Bild

Wie du deine eigenen Daten schützt, das kannst du selbst beeinflussen. Du kannst für dich entscheiden, welche Informationen und Fotos du von dir für Andere freigibst. Doch was passiert, wenn deine Freunde Bilder oder Infos von dir hochladen, die du nicht im Internet veröffentlicht haben willst?

Das Recht am eigenen Bild findet seine rechtliche Grundlage im Kunsturheberrechtsgesetz. Folgendes wird dort geregelt: „Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, dass er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt. Nach dem Tode des Abgebildeten bedarf es bis zum Ablaufe von zehn Jahren der Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten. Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner und die Kinder des Abgebildeten und, wenn weder ein Ehegatte oder Lebenspartner noch Kinder vorhanden sind, die Eltern des Abgebildeten.“ Mögliche Ausnahmen hierzu werden in §23 definiert. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Recht_am_eigenen_Bild)

Doch was nun konkret tun, wenn ich ein Bild von mir im Internet finde, dass ich da nicht haben möchte?

Generell gilt, dass wenn du ein Bild von dir im Internet findest, du das Recht dazu hast, dieses entfernen zu lassen.

  • Hierzu genügt es meistens den Urheber anzuschreiben und zu bitten das Bild zu entfernen.
  • Sollte das nicht klappen, dann ist eine andere Möglichkeit, das soziale Netzwerk anzuschreiben und dort zu bitten, das Bild zu entfernen. Diese Dienstanbieter sind verpflichtet Bilder zu entfernen, sofern der Verdacht auf Verletzungen des Persönlichkeitsrechts vorliegen. Meistens ist dies unproblematisch möglich, da sich Anbieter wie Facebook, wer-kennt-wen etc. sich dazu verpflichtet haben dies zu beachten.
  • Sollte auch dies nicht erfolgreich sein, dann besteht natürlich auch die Möglichkeit rechtliche Schritte über einen Anwalt einzuleiten. Ob du diesen Schritt gehst ist sicherlich abhängig davon, wie stark und intim die Persönlichkeitsverletzung ist. Solltest du rechtliche Schritte einleiten wollen, dann suche unbedingt einen Anwalt auf!

Datenschutz – was heißt das eigentlich?

Der Begriff „Datenschutz“ ist schwierig zu definieren. Grundsätzlich versteht man unter diesem Begriff den Schutz von personenbezogenen Daten, sprich Informationen über Personen, die nicht öffentlich zugänglich sind (also z.B. Name, Anschrift, Familienstand, Kontoinformationen usw). Bei dem Thema Datenschutz sind immer 2 Seiten involviert: die Person, deren Daten geschützt werden sollen wie auch die Stelle, die die Daten erheben soll.

Die gesetzliche Grundlage für den Datenschutz findet sich im deutschen Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Gemeinsam mit den Datenschutzgesetzen der Bundesländer regelt es den Umgang mit personenbezogenen Daten, die entweder technisch oder manuell weiterverarbeitet werden.

Besonders wichtig wird das Thema Datenschutz, wenn es um die „Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten“ durch öffentlich und nicht-öffentliche Stellen geht, die diese Informationen nicht zu rein privaten Zwecken nutzen (vgl. § 1 Abs. 2 BDSG). Somit sind auch Organisationen wie die DPSG zur Umsetzung von Maßnahmen zum Datenschutz verpflichtet.


Internet & Alltag – was bedeutet das für uns?

Eine Studie von BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. ) aus dem Jahr 2011 zeigt, dass immer mehr Deutsche das Internet nutzen, fast ¾ der Bevölkerung ist online. Bei den unter 30 jährigen ist fast jeder online, jedoch auch bei den Senioren steigt der Teil an. Im Jahr 2011 war dort schon jeder Vierte online. Jeder zweite Internetnutzer hat bereits ein Online-Profil angelegt. Auch Onlinebanking und –shopping werden immer beliebter und mit dem Ausbau der Clouds bekommt das Internet auch eine Fuktion als Speicherort für Dokumente oder Bilder.

Der massive technische Fortschritt sowie der Boom der sozialen Netze wie Facebook oder StudiVZ in den letzten Jahren haben dazu geführt, dass das Internet als Medium immer mehr an Relevanz gewinnt. Folglich kommt man nicht umhin, sich auch mit dem Thema Datenschutz im Internet zu beschäftigen. Die Nutzer möchten wissen, welche Informationen im Internet über sie freigegeben sind und wer Zugang zu diesen Informationen hat.

Heutzutage ist es schwierig sich im Internet zu bewegen ohne persönliche Daten einzugeben.

Startet doch einmal folgendes Experiment:

Jedes Gruppenmitglied soll an einem Tag ganz normal das Internet nutzen und dabei auf folgende Punkte achten:

  • Welche Internetseiten besuche ich mehrmals am Tag?
  • Wie oft müssen dort persönliche Daten eingegeben werden?
  • Wie viel Zeit verbringe ich durchschnittlich im Internet?
  • Welche Geräte nutze ich dabei?

In der darauffolgenden Gruppenstunde sammelt ihr die Ergebnisse und stellt sie einander vor. Dabei könnt ihr ein paar Punkte ansprechen, wie z.B.:

  • Auf welchen Seiten findet ihr es besonders wichtig, dass Informationen über Euch geschützt sind?
  • Welche Seiten stuft ihr als vertrauenswürdig ein und gebt dort viele Infos von Euch preis?
  • Warum stuft ihr diese Seiten als vertrauenswürdig ein?
  • Sichert ihr eure Daten bereits vor Zugriffen? Wenn ja, wie?

Mehr Informationen zur BITKOM Studie: www.bitkom.org

 

 

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