Verschiedene Berichte zur Jahresaktion 2015

Jahresaktion 2015

Am 9. Mai 2015 trafen sich 200 Pfadfinder der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG)  zu ihrem traditionellem Georgstag-Treffen. Die Pfadfinder aus Angelbachtal waren die Gastgeber für Wölflinge, Jungpfadfinder und Pfadfinder aus den Stämmen Bammental, Ketsch, Kirchheim, Neckarsteinach, Nußloch, Plankstadt, Sinsheim und Ziegelhausen. Das Motto für diesen Tag war ein ganz aktuelles Thema: Gastfreundschaft, angelehnt an die diesjährige Jahresaktion der DPSG (Gast>>Freundschaft: Für Menschen auf der Flucht).  Mit einem Wortgottesdienst um 10:30 Uhr wurde das Treffen eröffnet, die Wölflinge aus Angelbachtal hatten für ihre Gäste eine große Willkommensgirlande gebastelt, die in der Kirche aufgehängt war. Thematisiert wurde eines der „Pfadfindergesetze“, allen Menschen mit Respekt zu begegnen, alle Pfadfinder und Pfadfinderinnen als Geschwister zu sehen, keine „geschlossene Gesellschaft“ zu sein und vielleicht auch in der eigenen Gruppe Flüchtlingskinder willkommen zu heißen. Der Höhepunkt der anschließenden Aktivitäten war ein Stafettenlauf im Schloßpark Eichtersheim. Auch hier zog sich das Motto Gastfreundschaft wie ein roter Faden durch die einzelnen Stationen. Die einzelnen Gruppen  - zusammengestellt aus verschiedenen Stämmen – mussten sich erst selbst untereinander kennenlernen, um dann die Aufgaben gemeinsam im neuen Team  gut bewältigen zu können. Einzelne Themen der Stationen waren zum Beispiel das Erfinden neuer Willkommensrituale, das „Verkleiden“ in fremdländische Trachten oder die Überwindung eines „Grenzzaunes“ ohne Verletzung. So konnten sich die Kinder und Jugendliche spielerisch mit den Themen Flucht und Aufnahme in ein fremdes Land auseinandersetzen. Auch bei handwerklichen Aufgaben war die Teamfähigkeit gefragt.Nach einem gemeinsamen Essen war Zeit für Erholung, Spiel und Unterhaltung bei inzwischen schönem sonnigem Wetter. Auch viele „Altpfadfinder“ besuchten den Georgstag, trafen sich im Ehemaligencafé und frischten alte Erinnerungen auf.Gegen 18 Uhr wurde das Treffen mit dem gemeinsamen Pfadfinderlied beendet. Zur Erinnerung erhielten alle Teilnehmer ein Abzeichen „Pfadfinder gegen Fremdenfeindlichkeit“.

Der regionale Kreis Caritas Verband hatte Kontakt zu den örtlichen Flüchtlingen und in unserer Gemeinde hatten einige ehrenamtlich für 3 Familienverbände eine Art Patenschaft übernommen (Sprachtraining, Alltagshilfe). Während der Überlegungen ob wir einzelne Flüchtlingskinder in den Alterstufen aufnehmen können, kam die Idee kurzerhand die Kinder aus den Familien  zum alljährlichen St. Martinssingen mitzunehmen (welches eh als Spendenaktion zugunsten der lokalen Flüchtlinge geplant war). Einer langen regionalen und auch Stammestradition folgend sind wir in mehreren Kleingruppen mit Laternen von Tür zu Tür gezogen und haben singend, neben Süßigkeiten auch Spenden gesammelt. Die Flüchtlingskinder waren mit dabei und konnten so ganz langsam in die Gruppe finden und dabei eine lokale Tradition kennen lernen. Es war natürlich sehr hilfreich, dass deutsch sprechende Kontaktpersonen der Caritas, erklärend helfen konnten. Natürlich dauerte es eine Zeit, bis Vertrauen aufgebaut war. Von Vorteil war es auf jeden Fall, eine den Kindern bekannte Aktion auszuwählen, so konnten unsere Gäste einfach mitmachen und jeder sich mit seinem Tempo in die Gruppen integrieren. Natürlich war es am Ende der Kickertisch im Gruppenraum der wieder bewiesen hat, dass Verständigung auch ohne Sprache funktioniert. Wölflinge und Flüchtlingskinder spielten sofort und mit Händen und Füßen gestikulierend gemeinsam. Wir sind auf jeden Fall bestärkt in der Idee den Kindern die Möglichkeit zu geben bei uns in den Altersstufen mitzumachen.

„Was verbindet ihr mit dem Thema Heimat?“ Mit diesen Worten stimmte die Stammeskuratin der Wetzlarer DPSG Pfadfinder, Laura Kunz, die ca. 40-50 Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen auf das Thema „Flucht und Gastfreundschaft“ ein.Die Pfadfinder des Stammes Barbarossa Wetzlar Dom trafen sich am 7.12. zu einem gemeinsamen Informations- und Bastelnachmittag. Hierbei wurden für die Flüchtlinge aus dem Wetzlarer Raum Geschenke verpackt und winterliche Dekoration gebastelt.Persönlich begleitet hat die Aktion Harald Würges, Diakon bei der evangelischen Kirchengemeinde Niedergirmes, der sich ehrenamtlich für die Flüchtlingsarbeit engagiert. Zudem erhielten die Pfadfinder finanzielle Hilfe von der Sparkasse Wetzlar, die im Rahmen ihres 175 jährigen Jubiläums Vereine bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit unterstütz.  Einige Geschenke wurden an diesem Nachmittag bereits persönlich in einem Flüchtlingswohnheim in der Wetzlarer Altstadt verteilt, indem ungefähr 30-35 Flüchtlinge untergebracht sind.Das verbleibende Geld aus der Spende der Sparkasse wird für weiter Flüchtlingsprojekte in der Umgebung, wie zum Beispiel Sprachkurse oder die Anschaffung von Winterkleidung, verwendet. Harald Würges gab den Pfadfindern am Ende des gemeinsamen Tages noch einen weiteren Tipp mit auf den Weg: „ Ein offenes Lächeln ist auch ohne gemeinsame Sprache ein erster Weg zur besseren Verständigung.“ 

Wir von der DPSG Ahaus haben uns sehr über dieses Jahresthema gefreut und uns war sofort klar, daran teilzunehmen. Bereits im letzten Jahr veranstalteten wir eine gemeinsame Fahrt mit dem Stamm und den Flüchtlingsfamilien aus Ahaus zum Freizeitpark Ketteler Hof in Haltern. Den Kontakt zu den Flüchtlingen haben wir über den Caritasverband in Ahaus aufgenommen. Bei Spiel und Spaß, waren die sprachlichen Barrieren schnell vergessen und es entstand ein tolles Miteinander. Um die Mittagszeit gab es dann endlich etwas zu essen. Als wir von der Leiterrunde das Essen vorbereiten, kamen viele unserer Gastfreunde dazu, um zu helfen. Am vergangenen Samstag haben wir dann eine weiteres Treffen durchgeführt. In erster Linie, um der ganzen Sache etwas Nachhaltigkeit zu verpassen, aber auch der Nebeneffekt, an der Jahresaktion teilzunehmen und unseren Kluften wieder einen schicken Aufnäher zu verpassen, kam uns gelegen. Unsere Pfadis, die Rover- und die Leiterrunde haben sich bereits am frühen Mittag - bei typischem Pfadfinderwetter - getroffen, um mit dem Aufbau für das gemeinsame Sommerfest zu beginnen. Pünktlich um 14 Uhr stand alles und rund 80 Flüchtlinge wurden mit zwei Bussen zu unserem Zeltplatz gebracht. Im Gepäck hatten sie auch die Sonne mitgebracht. Das war super, denn so konnten wir wieder trocknen. Ein Programm hatten wir für den Tag bewusst nicht geplant. Einige Bälle und andere Spielsachen lagen für die Kids bereit und darauf stürzten diese sich bei Ankunft direkt. Durch die Aktion im Ketteler Hof, kannten sich viele schon und es herrschte von Beginn an eine lockere Atmosphäre.  Für das leibliche Wohl sorgte unser Küchenteam mit leckerem Geflügel vom Grill.  Bei beiden Aktionen hatten alle richtig viel Spaß und die Vorurteile, die abgebaut werden sollten sowie die Angst vor etwas Fremden gab es erst gar nicht. Ein weiteres Highlight für unsere Kids war, dass es Eistee und keine "Lagerlülle" gab. ;) Wir planen noch weitere Aktionen in Zusammenarbeit mit der Caritas.

Die Aktion wurde von unserer Jungpfadfinder-Stufe initiiert und organisiert. Nach einigen Gruppenstunden zum Thema „Gast>>Freundschaft“ sprachen sie sich für eine Begegnung aus. Der Kontakt wurde über unsere Gemeinde hergestellt, die einige Flüchtlinge aus Eritrea unterstützt und betreut. Wir haben gemeinsam zwei landestypische Gerichte gekocht: Ein Eintopf aus Eritrea, der auf runden Fladen gegessen wird, und Pfälzer Bratwurst und Saumagen mit Sauerkraut und Kartoffelbrei. Beim Kochen wurde sich gegenseitig angewiesen und geholfen. Danach wurde gemeinsam gegessen, und im Anschluss konnte der Abend gemütlich ausklingen. Das gegenseitige Kennenlernen des Essens und der Esskultur erwies sich als interessant: So wurde zum Beispiel das eritreische Gericht mit den Händen gegessen, was auf deutscher Seite für anfängliche Skepsis und verschmierte Hände sorgte, aber doch viel Spaß machte. Auch die Schärfe war nicht jedermanns Sache. Auf eritreischer Seite erfreute sich die Bratwurst großer Beliebtheit, wohingegen man dem Saumagen eher skeptisch gegenüber stand. Trotz einiger sprachlicher Schwierigkeiten kamen viele angeregte und interessante Gespräche zustande. Die Pfadfinder zeigten sich interessiert am Leben hier in Deutschland, welches aufgrund beschränkter Aufenthaltsgenehmigung nicht einfach ist.Obwohl nur als einmalige Aktion geplant, wurden schon währenddessen Pläne für weitere Treffen und erneute Aktionen geschmiedet.Am Ende der Veranstaltung verabschiedeten sich die Gäste mit dem Pfadfindergruß.

Eine erlebnisreiche Woche liegt hinter den Pfadfindern, die auf dem Zelt- und Freitzeitgelände der Pfadfinder hinter dem Niedersachsenhof in Gieboldehausen mit über 300 internationalen Gästen aus sechs Nationen ihr 60jähriges Stammesjubiläum gefeiert haben. Erschöpft aber glücklich sind die Stammesvorsitzenden Jessica Unterberg und Thomas Keufner über das großartige Jamboree, das die Pfadfinder in Gieboldehausen veranstaltet haben. Sie bedankten sich bei allen Leiterinnen und Leitern, den Eltern und den vielen ehemaligen Pfadfindern, die dazu beigetragen haben, dass das Sommerlager für viele ein unvergessliches Erlebnis und lange in Erinnerung bleiben wird. Vor allem die Gäste aus Italien, Holland, Dänemark, England und Ungarn sorgten für eine tolle Lageratmosphäre und für viele war die Zeit viel zu schnell vorbei. Für das nächste Jahr gibt es eine Einladung nach Szekesfehervar in Ungarn und nach England zum legendären ESSEX JAMBOREE. Zum Abschluss des Lagers wurden aus allen angefertigten Ytongsteinen eine Lagerskulptur errichtet,die uns viele Jahre an das 2.Vagebuntencamp in 2015 in Gieboldehausen erinnern

Jahresaktion 2015

830€ ist die Bilanz der Aktion des DPSG Bezirkes Schwabachgrund.

Der „Gast >> Flohmarkt“ am 17 Oktober, angelehnt an die DPSG Jahresaktion 2015 „Gast>>Freundschaft für Menschen auf der Flucht“ war eine rundum tolle Aktion  und zeigte einmal mehr, wie einfach es ist, als Pfadfinder mitten in der Gesellschaft ein Zeichen zu setzen. 30 Anmeldungen für den Flohmarkt konnten verzeichnet werden.

Das Erlanger Ohm-Gymnasium stellte für diese Aktion ihre Turnhallen kostenlos zur Verfügung. So konnten alle Einnahmen aus den Standgebühren ohne Abzüge weitergegeben werden.

Ein Kuchen- und Kaffeeverkauf auf reiner Spendenbasis trug auch dazu bei, dass die Leute gemütlich über den Flohmarkt schlendern konnten. Der Bäcker Beck spendete 100 Krapfen und viele Pfadfinder und Eltern verbrachten den Freitag vor dem Backofen, um die Aktion zu unterstützen. Parallel fand an der selben Schule eine Jugendbildungsmesse statt. Nicht zuletzt deshalb konnten weit über 500 Besucher verzeichnet werden.

Neben Flohmarkt und Verköstigung stellte sich der Verein EFIE vor, der die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe in Erlangen betreut, sowie die AG Medizin und Menschenrechte der Universität Erlangen-Nürnberg, um auf die Flüchtlingssituation auf der ganzen Welt aufmerksam zu machen. Auch Erlanger Politiker machten sich ein Bild vor Ort und kamen mit den Pfadfindern in Diskussion über die Flüchtlingssituation und die weiteren Hilfsangebote, die geschaffen werden müssen.

Die 830€ werden ungekürzt an den Verein EFIE gespendet. Damit geht Geld direkt an die Menschen, welche jeden Tag Flüchtlingshilfe betreiben. Ein Pfeiler der Flüchtlingshilfe ist die Arbeit am Menschen selber, aber auch die Infrastruktur bedarf Unterstützung – wie einfach das geht zeigte sich hier wieder in Erlangen. Baden Powell sagte einst: „Leistet die gute Tat nicht nur für eure Freunde, sondern auch für Fremde, selbst für eure Feinde.“ Und ein jeder, der unseren Flohmarkt besucht hat, war für einen kurzen Moment Teil der weltweiten Pfadfinderbewegung, ohne sich dessen vielleicht bewusst zu sein.

Helfen kann so einfach sein. Auch wenn die Jahresaktion bald vorbei ist, darf dies nicht heißen, dass es vorbei ist mit der „Gast>>Freundschaft“. Die aktuelle Flüchtlingssituation und der gesellschaftliche Diskurs zeigen einmal mehr, wie wichtig es ist, als Pfadfinder und Mensch, für Weltoffenheit einzustehen. Jederzeit. 

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