Öffnung des Diakonats für Frauen

19.09.2013: Das Weiheamt des ständigen Diakonats soll auch für Frauen geöffnet werden, fordert die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) in einem Brief an die Bischöfe anlässlich der anstehenden Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz.

Spirituelle Begleitung durch Weiheamt

Weiheämter sind wichtig. Katholische Jugendverbände wie die DPSG brauchen Menschen, die Kinder und Jugendliche spirituell begleiten, die mit ihnen Gottesdienst feiern können. Es wird aber immer schwieriger, diese zu finden. Oft genug bleibt die Stelle der geistlichen Verbandsleitung unbesetzt. „Wir wollen mehr Menschen, die die Weihe empfangen und uns begleiten können.“, betont Kerstin Fuchs, Bundesvorsitzende der DPSG.

Geschlechtergerechtigkeit

In der DPSG spielt Geschlechtergerechtigkeit eine große Rolle. Mädchen und Jungen, Frauen und Männer sind gleichberechtigt unterwegs. Selbstverständlich sind auch Leitungsämter paritätisch besetzt. „Wir begrüßen daher, dass in der Kirche vermehrt Frauen in Leitungspositionen eingesetzt werden“, so Kerstin Fuchs „aber wir wünschen uns von Kirche, dass sie vermehrt Frauen geistliche Verantwortung überträgt.“

Kein spezifisches Diakonat

Das spezifische Diakonat für Frauen, das von manchen Bischöfen in die Diskussion eingebracht wurde, reicht der DPSG nicht aus. „Das ist nur ein zaghafter Versuch, die zementierten Zugangsvoraussetzungen zum Weiheamt zu umschiffen.“ Kerstin Fuchs fordert daher: „Wir brauchen in unserer Kirche zusätzlich verheiratete Priester und Frauen in kirchlichen Ämtern.“

Tradition und Ausnahmen

Tradition kann und darf kein Hindernis sein, wenn es darum geht, das Diakonat für Frauen zu öffnen. Abgesehen davon, dass es schon in der frühen Kirche geweihte Diakoninnen gab. Für Männer gibt es schon jetzt Ausnahmen im Ständigen Diakonat. Denn eigentlich stehen Weiheämter bisher nur zölibatär lebenden Männern offen. Männern wird im Falle des ständigen Diakonats bezüglich ihrer Lebensform aber eine Ausnahme von der Regel gewährt. Es ist aus Sicht der DPSG völlig unverständlich, warum nicht auch Frauen bezüglich ihres Geschlechts eine Ausnahme von der Regel gewährt werden kann.

Anerkennung und Sakrament

Frauen tragen schon jetzt einen großen Teil der caritativen Arbeit der Kirche. Sie übernehmen Dienste wie Krankenbesuche, das Austeilen der Kommunion, als Lektorinnen, in der Kinderkatechese und der Beratung. Sie prägen also schon heute das diakonische Bild von Kirche: Sie sind Diakoninnen. Das aber bildet sich nicht in der Beauftragung ab. Es fehlt nur das Weihesakrament, die letzte Bestätigung, dass sie in ihrem Dienst auch in schweren Situationen von Gott getragen sind.

Für die Presse

Hintergrund

Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) bietet bundesweit rund 95.000 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mehr als ein Abenteuer. Der größte katholische Pfadfinderverband in Deutschland versteht sich als Erziehungsverband – die Mitglieder lernen, aufrichtig und engagiert ihr Leben und ihr Umfeld zu gestalten. Mehr Infos unter www.dpsg.de

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Stellungnahme "Mut zur Entwicklung" (Feburar 2011)

 

 

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