Leitfaden für Begegnungen

In der DPSG sind wir überzeugt davon, dass wir in Deutschland Menschen auf der Flucht nicht nur Schutz vor Verfolgung bieten, sondern auch als Gastgeberinnen und Gastgeber auftreten sollten.

Als Pfadfinderinnen und Pfadfinder möchten wir diesen Menschen begegnen und sie gastfreundlich in unserem Land willkommen heißen, so wie wir uns wünschen, in der Welt als Gast behandelt zu werden. Wie das geht? Ein Anfang kann sein, Flüchtlingen vor Ort zu begegnen. Wo, wenn nicht vor der eigenen Haustür, können wir Menschen zeigen, dass sie willkommen sind?

Wie lernen wir Flüchtlinge kennen?

Sucht Euch Menschen, die mit Flüchtlingen arbeiten, Euch beraten und den Kontakt herstellen können.

Nehmt dazu zum Beispiel Kontakt zur Caritas auf und lasst Euch an einen Kontakt im Flüchtlingswohnheim verweisen.

Schaut Euch auf der Jahresaktions-Webseite die Linksammlung zu Arbeitskreisen „Asyl“ in ganz Deutschland an. Nehmt Kontakt zu einer Arbeitsgruppe bei Euch zu Hause auf. Das geht ganz leicht!

Linksammlung Kontakte

Wie bereiten wir eine Begegnung mit Flüchtlingen vor?

Hier findet Ihr Brainstorm-Methoden, um Interesse zu wecken und Eure eigenen Projekt- und Aktions-Ideen zu entwickeln.

Brainstorm-Methoden

Wie informieren wir Eltern über die Begegnung?

Erzählt von Eurem Vorhaben! Viele Menschen haben Vorurteile gegenüber Flüchtlingen. Bereitet Euch darauf mit guten Argumenten vor. Unser Tipp:

Argumentationshilfe von Pro Asyl.

Wie führen wir eine Begegnung durch?

Denkt Euch eine Aktion aus, an der beide Seiten Freude haben. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Sprecht Euch am besten mit den Flüchtlingen ab. Hier sind ein paar Denkanstöße:

  • Sport: Organisiert ein Fußball- oder Völkerballturnier.
  • Musik: Gestaltet einen typischen Pfadfinder-Abend mit Singen und Lagerfeuer, hört Musik von Euch und aus der Heimat der Flüchtlinge und bringt Euch gegenseitig „traditionelle“ Tänze bei (Gangnam-Style zählt auch).
  • Essen: Kocht zusammen mit den Flüchtlingen und macht ein internationales Buffet, ladet die Flüchtlinge zu einem typisch deutschen Essen zu Euch ein.
  • Kultur: Macht eine Stadtführung „mit den Augen eines Flüchtlings“, indem Ihr Euch Eure Stadt aus der Sicht eines Flüchtlings zeigen lasst und tauscht dann die Rollen und zeigt Eure Stadt „aus den Augen von Einheimischen“.
  • Bildung und Unterstützung: Werdet Paten! Bietet Sprachkurse in Deutsch an oder organisiert eine Hausaufgabenhilfe. Begleitet die Flüchtlinge zum Amt und helft dabei, Dokumente zu erklären, denn leider bekommen sie diese Hilfe selten woanders. (XENION Berlin macht es vor, viele lokale Initiativen der Save-Me-Kampagne findet Ihr auf www.save-me-kampagne.de
  • Handwerk: Verschönert das Flüchtlingswohnheim oder sammelt und repariert Fahrräder.

Was müssen wir beachten?

Die Begegnung sollte in gegenseitigem Einvernehmen stattfinden. Nur, weil Ihr Lust auf eine Begegnung habt, müssen Flüchtlinge längst nicht interessiert sein. Seid darauf vorbereitet und besprecht Euch mit Experten vor Ort (siehe oben) und den Flüchtlingen, wie sie von eurem Engagement am besten profitieren können.

Wie bereiten wir die Begegnung nach?

Macht eine stufenspezifische Reflexion. Folgende Fragen könnten Euch als Anregung dienen:

  • Wie ist es Dir vor, während und nach der Begegnung gegangen?
  • Wie gastfreundlich warst Du? War es eher schwer oder eher leicht für Dich, gastfreundlich zu sein? Hättest Du Dich als Gast selbst wohl gefühlt?
  • Welche Form von Gastfreundschaft ist Dir im Kontakt mit Flüchtlingen von deren Seite begegnet? Wie unterscheidet Ihr Euch?
  • Wie gastfreundlich findest Du Deutschland?
  • Wie soll es mit der Gastfreundschaft weitergehen?

Wie berichten wir in der Öffentlichkeit über unsere Erfahrungen?

Tipps und Vorlagen zur Öffentlichkeitsarbeit findet Ihr hier auf der Jahresaktions-Webseite.

Und zum Schluss: Teilt auf der Jahresaktionsseite Eure Erfahrungen mit anderen Pfadfinderinnen und Pfadfindern:

Tragt Euch ins Jahresaktions-Gästebuch ein! Teilt Erfahrungen, Fotos, Artikel, Gedanken und Filme.

Jede Begegnung zählt und macht diese Welt ein bisschen gastfreundlicher (und besser)!